Botschafter

    Israel-Botschafter warnt Bern vor Palästina-Anerkennung

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Bern,

    Israels Botschafter in Bern begrüsst, dass der Bundesrat den Staat Palästina – ein «Phantom» – nicht anerkennt. Dies würde einen feindlichen Akt darstellen.

    Ignazio Cassis
    Aussenminister Ignazio Cassis und der Bundesrat lehnen die Anerkennung Palästinas ab. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Israels-Botschafter in Bern bezeichnet die Anerkennung Palästinas als feindlichen Akt.
    • Palästina existiere nicht als Staat, es sei ein «Phantom».
    • Den norwegischen Diplomaten entzog Israel nach der Anerkennung den Status.

    Laut einer Umfrage spricht sich eine Mehrheit der Schweizer für die Anerkennung Palästinas aus, von links wurde eine Initiative angekündigt. Der Bundesrat aber will das Gebiet vorerst nicht als Staat anerkennen. Andere europäische Länder haben das getan, beispielsweise Norwegen, Spanien oder Frankreich.

    Umstritten ist, ob die völkerrechtlichen Kriterien – Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsgewalt – im Falle Palästinas gegeben sind. Tibor Schlosser, israelischer Botschafter in Bern, sagt gegenüber SRF, die Kriterien seien nicht da, «heute gibt es kein Palästina». Die Haltung der Schweiz sei korrekt, er hoffe, Bern anerkenne kein «Phantom».

    Er sagt auch, es wäre nicht «konstruktiv», heute Palästina als Staat anzuerkennen. Denn es würde das israelische Volk, das weiter unter dem Trauma des 7. Oktobers lebe, in keine «konstruktive Haltung» bringen. Die Israelis fühlten sich immer noch unsicher, mit der Anerkennung würde das verstärkt werden.

    Und er warnt: Bei Norwegen habe Israel die Anerkennung als «feindlichen Akt» empfunden. Dieses Land und auch andere, die Palästina anerkennen, könnten heute in Israel keine Rolle mehr spielen. Im Falle von Norwegen wurden den Diplomaten die Akkreditierung entzogen, eine Vertretung im Westjordanland musste geschlossen werden.

    Botschafter pocht auf Entwaffnung und Entmachtung der Hamas

    Das Gleiche könnte auch der Schweiz drohen. Aktuell betreibt sie ein Vertretungsbüro im Westjordanland. Dort kümmert sich die Schweiz auch um humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe.

    Soll die Schweiz Palästina als Staat anerkennen?

    Botschafter Schlosser sagt auch, Israel habe das Ziel, alle lebenden Geiseln zu befreien, erreicht, jetzt könne Frieden kommen. Er pocht aber auf die im Friedensplan vorgesehene Entwaffnung und Entmachtung der Hamas, sie müsse ihre Waffen abgeben. Seit sie an der Macht sei, hätten Kinder nur gehört, dass Israel zerstört werden müsse. Jetzt müsste der Nachwuchs anders erzogen werden.

    Ein weiterer Punkt des Friedensplans ist die Stationierung einer internationalen Friedenstruppe im Gazastreifen. Schlosser wünscht sich die Beteiligung von westlichen, aber auch von muslimischen Staaten. Auch gegen Schweizer Truppen hätte er nichts einzuwenden.

    Kommentare

    User #2219 (nicht angemeldet)

    Israel gab es vor über 2000 Jahren schon einmal. Es existierte 70 Jahre lang. Die Geschichte wiederholt sich.

    User #3408 (nicht angemeldet)

    Wahrnung! Drohung! Was soll das!

    Weiterlesen

    Palästina Flagge Schweiz
    42 Interaktionen
    Umfrage
    Anerkennung Palästinas
    81 Interaktionen
    Initiative lanciert
    Israel Katz
    7 Interaktionen
    Diplomaten-Krise

    MEHR BOTSCHAFTER

    Trump
    13 Interaktionen
    Washington
    norwegen
    22 Interaktionen
    Moskau
    Petr Macinka
    2 Interaktionen
    Prag

    MEHR AUS STADT BERN

    YB Fassnacht Schweizer Nati
    3 Interaktionen
    Bei Sieg in Luzern
    gg
    42 Interaktionen
    Welt-Neuheit
    Rendez-vous Bundesplatz
    2 Interaktionen
    «Natur pur»
    BSV Bern
    Handball