Swissmedic will den ersten Corona-Impfstoff in den nächsten zwei Wochen zulassen. Eine Zulassung über die Festtage sei möglich, sagt ein Sprecher.
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Eine Person wird geimpft. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Swissmedic wird ein erstes Vakzin wohl noch in diesem Jahr zulassen.
  • Welcher der vier geprüften Kandidaten es wird, ist noch unklar.

Nachdem die EU diese Woche bekannt gab, einen Impfstoff gegen das Coronavirus noch vor Weihnachten zuzulassen, zieht die Schweiz nach. Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic hält eine zugelassene Impfung gegen das Coronavirus für die Schweizer Bevölkerung um die Festtage herum ebenfalls realistisch.

Die Swissmedic prüft Impfstoffe unabhängig der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Einen direkten Einfluss hat deren Zeitpunkt der Zulassung nicht. Es scheint aber doch möglich, dass sich der Impfstart in der Schweiz mit dem der EU deckt. In Deutschland soll dieser Termin der 27. Dezember sein.

«Zulassung auf Festtage möglich»

«Eine Zulassung auf die Festtage ist möglich, sofern wir auf offene Fragen sehr schnell Antworten erhalten. Unsere unabhängigen medizinischen Expertengremien sind auf Pikett», erklärt Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi auf Anfrage. Sobald aussagekräftige und ausreichende Daten zur Sicherheit und Qualität vorliegen, gibt die Heilmittelbehörde grünes Licht.

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Swissmedic ist die Schweizer Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. - Keystone

Zu möglichen Einschränkungen für bestimmte Alters- oder Risikogruppen kann Jaggi noch nichts sagen. «Arzneimittel werden in klinischen Studien zuerst an Gesunden getestet, mit der Zeit werden mehr Bevölkerungsgruppen oder Menschen mit Vorerkrankungen in die fortdauernden Zulassungsstudien aufgenommen. Wir berücksichtigen dies laufend.»

Vier Kandidaten

Klar ist, dass mit der Zulassung die Prüfung der Covid-19 Impfstoffe längst nicht endet. Nach und nach werden neue Daten zur Sicherheit erhoben und die Arzneimittelinformationen dementsprechend angepasst.

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Die 90-jährige Margaret Keenan (l) bekommt im Universitätskrankenhaus Coventry von der Krankenschwester May Parsons den Pfizer/BioNTech-Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. - dpa

Auch wird es mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht bei einem Impfstoff wie jenem von Pfizer/Biontech bleiben. Zurzeit prüft Swissmedic die Impfstoff-Kandidaten von vier Herstellern.

Sollten nächstes Jahr mehrere Impfstoffe zugelassen und vorhanden sein, «können die Impfwilligen zusammen mit ihrem Arzt ein Vakzin auswählen», so Jaggi.

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