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In Schweiz: Tochter erfährt via Whatsapp von Sterbehilfe der Mutter

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Thierstein,

Die Mutter der Irin Megan Royal liess sich von der Sterbeorganisation Pegasos in den Tod begleiten. Ihre Tochter erfuhr per Whatsapp davon.

Sterbehilfe
Megan Royal wusste nicht, dass sich ihre Mutter das Leben nehmen wollte. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Maureen Slough beging im Juli assistierten Suizid mit der Organisation Pegasos.
  • Die Tochter wusste nichts von den Plänen ihrer Mutter.
  • Sie soll Pegasos angeschwindelt haben.

Vom Todeswunsch ihrer Mutter erfuhr Megan Royal, als es bereits zu spät war.

Per Whatsapp übermittelte die Schweizer Sterbehilfeorganisation Pegasos der Irin die Todesnachricht ihrer Mutter Maureen Slough.

Pietätvoller war auch die Übergabe der sterblichen Überreste nicht.

Per Post erreichte die Irin ein Paket aus der Schweiz. Darin befanden sich die Urne mit der Asche ihrer Mutter und ein Kremierungszertifikat. Über den Fall berichtet die NZZ mit Berufung auf «The Irish Independent».

Gefälschte Angaben

In Grossbritannien ist Sterbehilfe verboten. Zahlreiche Britinnen und Briten reisen zum Sterben deshalb in die Schweiz.

Megan Royals Mutter litt an psychischen Problemen. Am 10. Juli liess sie sich in Nunningen SO von Pegasos in den Freitod begleiten. Ihre Angehörigen belog sie und gab vor, mit einer Freundin nach Litauen zu reisen.

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Zudem fälschte die Sterbewillige Angaben.

Der Brief, in dem die Tochter den Sterbewunsch angeblich akzeptierte, war nicht echt. Auch gab sie der Organisation eine Fake-E-Mail-Adresse der Tochter an. Da eine Bestätigung zurückkam, ging Pegasos davon aus, dass der Brief echt war.

Online-Call mit Angehörigen

Die Organisation behauptet, in der Vergangenheit das Beste gegeben zu haben. Dies, um die «sehr wenigen» Personen mit geheimem Sterbewunsch zu überzeugen, von ihren Absichten erzählen zu wollen. Die Organisation merkt dabei an, dass das Schweizer Recht niemanden dazu verpflichtet.

In wenigen Fällen will Pegasos wegen Zweifeln, ob eine solche Information stattgefunden hat, von einer Sterbebegleitung abgesehen haben.

Pegasos kündigt ein neues Vorgehen an.

So akzeptiert die Organisation keine unbegleiteten Patientinnen und Patienten mit noch lebenden Familienangehörigen mehr. Eine Freitodbegleitung soll in diesem Fall nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich sein.

Die sterbewillige Person muss Ausweiskopien der erwähnten Angehörigen abgeben. Auch will die Organisation die Angehörigen in einem Online-Call kennenlernen.

Unwissende Angehörige sind kein Einzelfall

Nicht das erste Mal schockiert Pegasos Angehörige mit überraschenden Todesnachrichten. In den letzten Jahren empörten sich in Grossbritannien immer wieder Angehörige, von den Sterbeplänen nichts gewusst zu haben.

Pegasos versprach deshalb, Angehörige künftig immer über die Suizidabsichten zu informieren. Gegen gefälschte Angaben war die Organisation offenbar nicht gewappnet.

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Brauchst du Hilfe?

Bist du selbst depressiv oder hast du Suizidgedanken? Dann kontaktiere bitte umgehend die Dargebotene Hand (www.143.ch).

Unter der kostenlosen Hotline 143 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe. Die Berater können Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen. Auch eine Kontaktaufnahme über einen Einzelchat oder anonyme Beratung via E-Mail ist möglich.

Für Kinder oder Jugendliche steht die Notrufnummer 147 zur Verfügung.

Hilfe für Suizidbetroffene: www.trauernetz.ch

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