In der Migros gibt es vorläufig keine Thomy-Mayo mehr
Nach Lindt jetzt Thomy: Die bekannte Schweizer Mayonnaise gibt es in der Migros nicht mehr zu kaufen. Im Hintergrund tobt ein Preiskampf.

Das Wichtigste in Kürze
- Nestlé liefert der Migros vorübergehend keine Thomy-Mayonnaise mehr.
- Die Migros ist nicht bereit, die von Nestlé geforderten Preise zu zahlen.
- Im Herbst fehlte zeitweise bereits die Lindt-Schokolade.
Die Detailhändlerin Migros sorgte zuletzt immer wieder mit leeren Regalen für Schlagzeilen. Im Herbst fehlte es an der Lindt-Schokolade – nun suchen Kundinnen und Kunden vergeblich nach einem weiteren Schweizer Klassiker: Die Thomy-Mayonnaise ist grösstenteils verschwunden!
Grund dafür ist laut der Migros, dass der Lieferant die Belieferung vorübergehend eingestellt habe. Dies sagt der orange Riese gegenüber der NZZ, bekräftigt aber: «Wir haben die Artikel nicht aktiv aus dem Sortiment genommen.»
Hintergrund ist demnach ein Streit mit dem Lebensmittelgiganten Nestlé, zu dem Thomy gehört. Die Detailhändlerin sagt gegenüber der Zeitung: «Nestlé hat vor einigen Monaten eine Preiserhöhung für die Thomy-Mayonnaise gefordert. Diese haben wir aus sachlichen Gründen nicht akzeptiert.»
Trotz dieser offenen Preisdiskussion habe der Lieferant die Artikel zunächst weiter geliefert, heisst es weiter. «Nach einigen Monaten hat Nestlé jedoch entschieden, die Belieferung eigenständig einzustellen. Solange wir die geforderte Preiserhöhung nicht akzeptieren.»
Migros: «Wir sind darauf ausgerichtet, Ausfälle zu kompensieren»
Die Migros glaubt nicht, dass sich der Thomy-Schwund stark auf Umsatz und Kunden auswirkt. Sie habe ein breites Sortiment an Eigenmarken, bekräftigt sie. «Wir sind darauf ausgerichtet, Ausfälle zu kompensieren.»
Einen möglicherweise für die Kundschaft entscheidenden Minuspunkt hat die Migros-eigene M-Classic-Mayonnaise gegenüber der Thomy-Konkurrenz jedoch: Das Migros-Produkt wird in Frankreich hergestellt – jenes von Nestlé in der Schweiz.
Der aktuelle Streit unterscheidet sich von jenem mit Lindt. Damals nahm die Migros von sich aus einen Grossteil der Lindt-Produkte vorübergehend aus dem Sortiment. Sie wollte damit Druck auf den Schokoladenhersteller ausüben, von aus ihrer Sicht unverhältnismässigen Preisforderungen abzusehen.
Den beiden Parteien gelang es schliesslich, eine Einigung zu erzielen. Die Lindt-Produkte kehrten in die Migros-Regale zurück.

















