Hotelier besorgt: Auf Crans-Montana kommen «schwierige Zeiten» zu
Crans-Montana lebt vom Tourismus. Die Show muss daher auch nach der Tragödie irgendwie weitergehen. Doch auf welche Weise?

Das Wichtigste in Kürze
- Beim Brand in der Bar «Le Constellation» starben 40 Menschen, 116 wurden verletzt.
- Crans-Montana zählt rund drei Millionen Gäste pro Jahr – der Tourismus ist zentral.
- Ski-Rennen finden vorerst planmässig statt, das Rahmenprogramm wird jedoch geprüft.
Tourismus ist das Lebenselixier von Crans-Montana. Rund drei Millionen Besucherinnen und Besucher zieht der Ort in den Walliser Alpen jährlich an.
Doch seit der verheerenden Brandtragödie in der Silvesternacht ist nichts mehr wie zuvor. Stille liegt über dem sonst so lebendigen Ort. Und die Gemeinde steht vor existenziellen Fragen.
Mindestens 40 Menschen kamen beim Brand in der Bar «Le Constellation» ums Leben, 116 wurden verletzt. Die Ermittlungen laufen.
Wann kann ein Ort nach einer solchen Tragödie zur Normalität übergehen?
Wie kann man Touristen vor diesem Hintergrund ein vergnügliches Ferienprogramm bieten? Kann in Crans-Montana je wieder unbeschwert gefeiert werden? Und wenn ja: Wann?
Armand Bestenheider ist Einheimischer, Hotelier und langjähriger Gemeinderat von Crans-Montana.
In der Crans-Sondersendung von SRF sagte Bestenheider am Sonntagabend: «Das alles hinterlässt tiefe Spuren. Es kommen schwierige Zeiten auf Crans-Montana zu.»
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Man müsse alles daran setzen, dass der Ort eine Zukunft hat.
Die Katastrophe trifft Crans-Montana mitten in der Hochsaison – und in einer Phase des Aufschwungs.
Nach Jahren des Abwärtstrends hatte die Destination zuletzt wieder mehr Hotelübernachtungen und volle Skipisten verzeichnet.
Der Skibetrieb läuft zwar weiter, doch Anpassungen sind spürbar. Après-Ski-Angebote wie im bekannten Lokal Zerodix wurden vorerst abgesagt.
Gäste werden gebeten, besonders vorsichtig zu fahren, da die regionalen Spitäler stark ausgelastet sind.
Auswirkungen auf den Tourismus noch nicht abzuschätzen
Tourismusdirektor Bruno Huggler spricht von einer emotional enorm belastenden Situation.
Noch lasse sich nicht abschätzen, welche Auswirkungen die Tragödie langfristig auf den Tourismus haben werde.
Klar sei aber: Der Betrieb müsse mit grösstmöglicher Sensibilität gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen geführt werden.
Bald stehen Grossanlässe auf dem Programm
Auch über die Durchführung von Grossanlässen wird diskutiert. Bereits Ende Januar stehen Europacup- und Weltcuprennen an, später folgen weitere Events.
Sie gelten als Generalprobe für die Ski-WM 2027 in Crans-Montana.
Sportlich ist eine Absage derzeit kein Thema, die Vorbereitungen laufen. Doch Fragen zum Rahmenprogramm bleiben offen.
Konzerte, Siegerehrungen und feuchtfröhliche Après-Ski-Partys mit Tausenden von Zuschauern wirken angesichts der Tragödie deplatziert.
Das Organisationskomitee betont, man sei im ständigen Austausch mit den Behörden und beurteile die Lage laufend.
Viele Skifahrer sind persönlich betroffen
Auch in der Skiwelt ist die Betroffenheit gross: Athletinnen und Athleten fuhren bereits mit Trauerflor, viele kennen den Ort und die Bar persönlich.

Slalom-Künstler Marc Rochat etwa kehrte am Tag vor Silvester noch in «Le Constellation» ein. Die Doppelsiegerin vom vergangenen Wochenende, Camille Rast, wurde nur 20 Minuten von Crans-Montana geboren.
Welche Zukunft auf den Ferienort wartet, ist offen. Sicher ist nur: Die Tragödie wird Crans-Montana noch lange begleiten.
*Die Behörden hatten zunächst 119 Verletzte kommuniziert, die Zahl wurde inzwischen korrigiert. Es stellte sich heraus, dass drei Personen dazugezählt wurden, die nicht mit dem Brand im Zusammenhang standen.















