Hodgson lag falsch: Diese ÖV-Tickets erhalten Asylsuchende wirklich

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Bern,

Ex-Bachelorette Larissa Hodgson empörte sich öffentlich über Leistungen, die Asylsuchende erhalten. Dabei tätigte sie Falschaussagen, wie Nau.ch zeigt.

Hodgson ÖV
Larissa Hodgsons Aussagen bezüglich der ÖV-Leistungen für Asylsuchende waren teilweise falsch. - keystone, instagram/@hodgsonlarissa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bachelorette von 2024, Larissa Hodgson, empört sich über Leistungen für Asylsuchende.
  • Sie kritisierte, dass man Asylanten ein GA bezahle, anstatt Schweizer Bürgern oder Alleinerziehenden zu helfen.
  • Wie Nau.ch zeigt, erhalten Asylsuchende in der Schweiz jedoch unter keinen Umständen ein GA.

«Ganz ehrlich, bleibt in eurem Land! Nicht unsere Aufgabe, auf euch zu schauen!» Mit Aussagen wie dieser sorgte die Schweizer Bachelorette von 2024, Larissa Hodgson, kürzlich für Aufsehen.

Während sie dem Staat vorwirft, Alleinerziehende in der Schweiz nicht ausreichend zu unterstützen, setzt sie zum Rundumschlag gegen Asylsuchende an: «Anstatt Geld bezahlen für Asylanten, denen wir ihr GA bezahlen, können wir bitte den Alleinerziehenden oder Schweizer Bürgern helfen?»

Die Bernerin mit kanadischen Wurzeln setzt sich derzeit öffentlich für die «Keine 10 Millionen»-Initiative der SVP ein.

Dabei tätigt sie jedoch Falschaussagen, wie Recherchen von Nau.ch zeigen.

Laut Larissa Hodgson erhalten Asylsuchende in der Schweiz ein Generalabonnement (GA) für den öffentlichen Verkehr.

Dies stimmt laut Nicolas Cerclé vom Staatssekretariat für Migration (SEM) nicht: «Asylsuchende erhalten von uns unter keinen Umständen ein Generalabonnement.»

Sie würden lediglich ein Ticket für den ÖV erhalten, wenn sie sich im Rahmen des Asylverfahrens woandershin begeben müssen.

In diesen Fällen zahlen Kantone den ÖV

Da die genauen Leistungen kantonal geregelt sind, hat Nau.ch auch bei verschiedenen Kantonen nachgefragt.

Dabei kam von allen Kantonen praktisch dieselbe Antwort: Kosten für den öffentlichen Verkehr würden nur übernommen werden, wenn diese im Zusammenhang mit Integrationsmassnahmen oder einem notwendigen Termin anfallen.

«Die Art der finanzierten Tickets richtet sich situationsbedingt je nach konkretem Bedarf», so die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen Luzern.

In der Praxis würden beispielsweise Einzelbillette oder – sofern zweckmässig und kostenmindernd – Monatsabonnemente finanziert.

Ein GA gibt's nicht

Die Dienststelle betont: «Eine Finanzierung von Generalabonnementen (GA) erfolgt nicht.» Auch die anderen Kantone stellen keine GAs aus. Die verantwortlichen Stellen der Kantone Bern und Aargau würden beide jeweils die kostengünstigste Ticketvariante ausstellen.

Das Amt für Integration und Soziales des Kantons Bern erwähnt in diesem Zusammenhang Einzeltickets, Streckenabonnemente oder Monatsabonnemente. Dies jedoch nur «im Einzelfall auf Nachweis des Termins», erklärt Mediensprecherin Elianne Egli.

Der Kantonale Sozialdienst des Kantons Aargau vergüte grundsätzlich keine Jahres- oder Mehrmonatsabonnemente, wie dies beispielsweise beim GA der Fall wäre.

Ein wesentlicher Grund dafür: Die Lebenssituation einer sozialhilfebeziehenden Person könne sich plötzlich ändern.

Basel vergütet grundsätzlich keine ÖV-Tickets

Das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt Basel vergütet ÖV-Tickets grundsätzlich nicht separat: «Die Ausgaben für Fahrtkosten sind mit dem Grundbedarf abgedeckt», sagt Mediensprecherin Sonja Körkel.

Dennoch: «Ausnahmsweise werden für notwendige Reisen ausserhalb des Tarifverbundes Nordwestschweiz im Rahmen der 2. Klasse zum Halbtaxtarif separat übernommen.» Für Personen im Asylbereich komme dies jedoch sehr selten vor.

Hat Hodgson mit ihrem Asylanten-Post eine Grenze überschritten?

Larissa Hodgsons Arbeitgeber, die Schweizerische Post, distanzierte sich von den umstrittenen Aussagen der Ex-Bachelorette.

Auf Anfrage von Nau.ch hiess es: «Die Post distanziert sich von den gemachten Aussagen bezüglich Asylsuchenden und Ausländerinnen und Ausländern.»

Auch in den Kommentaren von Larissa Hodgsons Instagram-Beitrag korrigieren User die Falschaussagen der Ex-Bachelorette: «Ein Generalabonnement ist eine freiwillige und sehr teure Leistung des öffentlichen Verkehrs. Die Sozialhilfegelder sind dafür nicht vorgesehen», schreibt jemand.

Larissa Hodgson
Larissa Hodgson schiesst gegen eine Userin, die über die Finanzierung der Asylsozialhilfe aufklärt. - Instagram / @hodgsonlarissa

Nebst ihren fragwürdigen Ansichten zur Schweizer Asylpolitik äusserte sich Hodgson zuletzt auch zu anderen Themen kritisch.

Im Podcast von «Bireweich» zweifelt sie an der Echtheit der Mondlandung und sagt: «Also Corona ist für mich fix geplant gewesen.»

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

Im Sozialismus zahlen immer Arbeiter und Angestellte

User #3990 (nicht angemeldet)

Rentner Paul 1 . Solche aufgeheizten Anschuldigungen kommen tagtäglich vor , die werden von einer Minderheit gesteuert die überzeugt sind , wir als Bürger seien alle auf den Kopf gefallen und glauben jede Aussage von dubiosen Stimmungsmacher ! Das sind heuchlerische Falschaussagen ohne grossen Kommentarwert . Mein Rat , selbst sich informieren zu lassen und nicht von einer Bachelorette mit Beziehungen zur Rechten Scene !

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