Hitzewelle: Wir erleben zweitheissesten Juni seit über 270 Jahren

Simon Binz
Simon Binz

Bern,

Die Schweiz erlebt eine Hitzewelle der Superlative: Nach kühlem Start steuert der Juni 2026 auf den zweitheissesten Wert seit Messbeginn 1755 zu.

Hitzewelle Schweiz
Ein digitales Thermometer zeigt am Dienstag in Daillens VD eine Aussentemperatur von 37,2 Grad an. Die Schweiz ächzt derzeit unter einer historischen Hitzewelle. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf kühle Schafskälte folgte ab Mitte Juni eine historische Hitzewelle mit Rekordwerten.
  • Basel steuert auf eine Monatsmitteltemperatur von rund 22 Grad zu – Platz 2 seit 1755.
  • In Luzern werden bis Montag 13 Hitzetage in Folge erreicht – ein neuer Rekord seit 1886.

Der Juni ist in der Schweiz normalerweise nicht gerade für sonniges und heisses Wetter bekannt. Im Volksmund spricht man von der «Schafskälte» – einer regelmässig auftretenden Wetterphase Mitte Juni mit nasskaltem Wetter und Schnee in den Alpen.

Wie kühlst du dich ab?

Auch 2026 gab es in den ersten zwölf Junitagen keine Spur von Hochsommer. Am 10. Juni lagen die Höchsttemperaturen in Bern bei 15, in Luzern bei nur 13 Grad. Am nächsten Morgen wurden auf dem Säntis 11 und auf dem Weissfluhjoch 9 Zentimeter Neuschnee gemessen.

Hitzewelle stellt Bilanz auf den Kopf

Am Wochenende vom 13. und 14. Juni legte sich der Wetter-Schalter dann aber auf Hochsommer um. Seit Mittwoch, 17. Juni, folgt ein Hitzetag auf den anderen, mit Höchstwerten teils deutlich über 30 Grad.

Die Hitzewelle ist so ausgeprägt, dass der kühle Junibeginn statistisch praktisch verschwindet.

Hitzewelle
Egal ob in der Badi, am See oder am Fluss: In diesen Hitzetagen hilft einzig eine Abkühlung. - Keystone

Rechnet man die Prognose für die kommende Woche mit ein, ergibt sich etwa für Basel eine voraussichtliche Monatsmitteltemperatur von rund 22 Grad.

Das würde laut «SRF Meteo» Platz 2 seit Messbeginn im Jahr 1755 bedeuten. In den vergangenen 271 Jahren war es nur im Hitzesommer 2003 im Juni noch etwas heisser.

13 Hitzetage am Stück in Luzern

Auch anderswo ist die Hitzewelle aussergewöhnlich: In Luzern wird die 30-Grad-Marke bis Montag an 13 Tagen in Folge überschritten – das gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1886 noch nie.

Auch die Tagesmitteltemperaturen in der Nordwestschweiz sind rekordverdächtig: Mit Tropennächten und Höchstwerten um 38 Grad ergibt sich ein 24-Stunden-Mittel von etwa 30 Grad. Der bisherige Rekord in Basel stammt aus dem Juli 2015 mit 29,2 Grad.

Wird erstmals die 40-Grad-Marke geknackt?

Am Dienstag kam es auch zu neuen Temperaturrekorden für den Monat Juni. Am Abend vermeldete «Meteoschweiz» Höchstwerte für die Stationen Aigle VD mit 34,7 Grad, Bern mit 34,9 Grad und Visp VS mit 36,1 Grad.

Ausserdem sind weitere Rekorde sind in Reichweite: Wird zum Höhepunkt der Hitzewelle am Freitag und Samstag auf der Alpennordseite erstmals überhaupt die 40-Grad-Marke geknackt? Möglicherweise knapp nicht – ausgeschlossen ist es aber nicht.

Klar ist: Der Sommer 2026 ist noch jung, und schon jetzt erleben wir eine Hitzewelle, die in vielerlei Hinsicht rekordverdächtig ist.

Kommentare

User #1678 (nicht angemeldet)

An alle welche die Meinung vertreten dass es früher auch schon heiss war im Sommer und es eine Klimahysterie gebe. Ich bin mit 63 Jahren auch schon länger auf dem Planeten. Merkt ihr denn nicht dass sich zu früher was geändert hat? Nicht nur dass es bald keine Gletscher mehr gibt. Man spürt doch auch dass dieses Tropenklima etwas andere ist als frühere Hitzeperioden. Oder ist auch das alle für euch nur Fake?

User #2044 (nicht angemeldet)

Wie alt ist die Erde? Einige Millionen Jahre oder, was sind da 170 Jahre? Ein Wimpernschlag. Wir sollten die Optik verändern dann relativiert sich Vieles.

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