Hitzewelle: So ist die Lage in den Ostschweizer Spitälern

Simon Huber
Simon Huber

Stadt St. Gallen,

Genfer Spitäler melden einen Ansturm auf die Notaufnahmen. Am Kantonsspital St. Gallen bleibt die Lage trotz Hitze bislang ruhig.

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Die anhaltende Hitzewelle belastet die Bevölkerung und führt in mehreren Schweizer Spitälern zu mehr hitzebedingten Notfällen. (Symbolbild) - keystone

Die aktuelle Hitzewelle hat die Schweiz fest im Griff. Temperaturen von über 35 Grad belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Spitäler.

In der Ostschweiz zeigt sich die Lage bisher aber deutlich entspannter als andernorts. Philipp Lutz, Leiter der Medienstelle von HOCH Health Ostschweiz, gibt auf Anfrage Entwarnung.

Die Anzahl der täglichen Einweisungen auf der Zentralen Notfallstation des Kantonsspitals St. Gallen habe sich rein zahlenmässig kaum verändert. «Als extrem oder aussergewöhnlich erleben wir die aktuelle Hitzeperiode in unserem Notfallzentrum nicht», bilanziert er.

Auch bei den Notrufzentralen sei keine spürbare Zunahme der Anrufe zu verzeichnen. Dennoch beobachtet das Spital eine Zunahme bei bestimmten Patientengruppen.

Kantonsspital St. Gallen
Das Kantonsspital St. Gallen - Keystone

«Wir stellen fest, dass gerade ältere Personen aktuell teils mehr Mühe mit der Hitze bekunden. Vor allem, wenn sie eh schon geschwächt sind», erklärt Lutz.

Besonders betroffen seien ausserdem Personen mit chronischen Erkrankungen. Das gelte teils auch für bereits hospitalisierte Patientinnen und Patienten. Bei den Kapazitäten sieht Lutz kein Problem.

«Wir stellen im Zusammenhang mit der Hitzeperiode keine übermässige Belastung der vorhandenen Ressourcen fest», sagt er.

Andere Lage in anderen Städten

Deutlich angespannter ist die Lage in anderen Regionen. Das Universitätsspital Genf meldete kürzlich rund 60 Prozent mehr Anrufe bei den Notrufzentralen.

Das Ausmass sei «vergleichbar mit der Covid-Zeit» und gravierender als während der Hitzewelle von 2023. Die ambulanten Notfälle nahmen dort um rund zehn Prozent zu.

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Daneben beobachteten die Genfer Ärzte vermehrt Lebensmittelvergiftungen wegen unterbrochener Kühlketten sowie Verletzungen bei Sport im Freien und Elektrolytstörungen bei älteren Patientinnen und Patienten.

Zunahme auch in Bern und Zürich

Auch das Universitätsspital Zürich verzeichnete rund zehn Prozent mehr Patientinnen und Patienten auf der Notfallstation. Behandelt werden dort vor allem Menschen mit Flüssigkeitsmangel, Kreislaufkollaps oder hitzebedingter Erschöpfung.

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Temperaturen von über 35 Grad belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Spitäler. (Symbolbild) - keystone

Besonders auffällig sei die Situation bei älteren Menschen, deren heisse Wohnungen vermehrt zu Schwindel, Schwäche und Stürzen führten. Das Inselspital Bern behandelte in den vergangenen Tagen mehrere Menschen mit hitzebedingten Beschwerden.

Im Vordergrund standen Kreislaufprobleme, Dehydrierung, Schwindel und Schwäche. In Basel beobachten die Ärzte ebenfalls mehr hitzebedingte Notfälle.

Neben älteren sind inzwischen auch vermehrt jüngere, grundsätzlich gesunde Personen betroffen. Die Versorgung sei trotz der Mehrbelastung jederzeit gewährleistet.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.

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