Hindernisse in der Stadt – jetzt sollen Rampen in Olten helfen
Die Oltner Innenstadt soll zugänglicher werden. Das Projekt «SO-inklusiv» bringt mit mobilen Klapprampen eine einfache Lösung für bestehende Hindernisse.

Eine einzelne Stufe kann für Personen im Rollstuhl, mit Gehhilfen oder Eltern mit Kinderwagen bereits ein unüberwindbares Hindernis darstellen und entscheidet über die Teilhabe am öffentlichen Leben.
Genau hier setzt das Projekt «SO-inklusiv» des Vereins Selbstvertretung Kanton Solothurn und des Oltner Citymanagements an: Mit mobilen Klapprampen sollen in der Oltner Innenstadt Barrieren abgebaut und mehr Teilhabe ermöglicht werden.
Dabei orientiert man sich am Projekt «SO klappt's» in der Hauptstadt Solothurn, wo ein entsprechendes Projekt bereits positiv von den Betroffenen sowie vom Gewerbe aufgenommen wurde.
«Wer selbst nicht beeinträchtigt ist, merkt gar nicht, wo sich überall Hindernisse befinden», erzählt der Oltner Citymanager Benjamin Pipa bei der Projektpräsentation vor dem Optikergeschäft Trotter in der Altstadt.

Linda Halter vom Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn habe ihm diesbezüglich die Augen geöffnet.
Grosse Augen habe aber auch Halter selbst gemacht, als sie auf den Citymanager zugegangen sei: «Er war von Anfang an sehr offen und suchte sofort das Gespräch. Etwas, das alles andere als selbstverständlich ist; wir stossen sehr oft auf Abwehr.»
Die Idee hinter «SO-inklusiv» ist einfach: Viele ältere Gebäude in der Innenstadt verfügen über Eingangsstufen und lassen sich nur mit grossem Aufwand baulich anpassen. Mobile Rampen bieten deshalb eine flexible Lösung.
Sie sind leicht, stabil und können bei Bedarf aufgestellt und wieder verstaut werden. So entsteht mit wenig Aufwand ein direkter Nutzen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Bereits konnten zehn Betriebe in der Innenstadt gefunden werden, welche beim Klapprampen-Projekt mitmachen. Dazu gehört Trotter Optik: «Wir hatten immer wieder Kunden mit Rollstuhl, Kinderwagen oder ältere Menschen mit Rollator, denen wir beim Betreten zwar geholfen, aber halt keine Rampe zur Hand hatten. Entsprechend ist dieses Projekt ein Match für uns», berichtet Mike Cipolletta, Mitglied der Geschäftsleitung.
Sichtbarkeit schaffen
Um zu signalisieren, welche Lokale über eine Klapprampe verfügen, wurden Kleber angebracht, welche die Spontankundschaft darauf aufmerksam machen. Auf diesem ist auch eine Telefonnummer des Geschäfts aufgeführt, falls im Laden gerade niemand zur Stelle ist.
Weiter gibt es in der Innenstadt Lokalitäten, die auf den ersten Blick nicht rollstuhlgängig erscheinen, über einen Hinter- oder Seiteneingang jedoch einen barrierefreien Zugang bieten. Mit einer entsprechenden visuellen Kommunikation soll darauf aufmerksam gemacht werden.
Pro Infirmis, die Fachorganisation für Menschen mit Behinderung der Schweiz, hat zudem in Zusammenarbeit mit der Stadt Olten und Region Olten Tourismus bereits Standorte wie Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe, Kirchen, Apotheken und Freizeiteinrichtungen auf die Barrierefreiheit überprüft und ausgewertet.
Auf der Website von Region Olten Tourismus wird ein entsprechender Überblick gegeben, welche Lokalität in welcher Form zugänglich ist.
Stufe ist nicht gleich Stufe
Insbesondere in der Oltner Altstadt zeigen sich bisweilen aber auch bei mobilen Klapprampen die Grenzen auf. Je höher die Stufen, desto schwieriger umsetzbar ist eine Rampe: Ist diese zu steil, ist die Kippgefahr des Rollstuhls entsprechend hoch.
Fällt sie zu lange aus, ist sie für eine Einzelperson schwieriger zu montieren und auch die Platzverhältnisse können für Probleme sorgen.
Entsprechend gehe es gemäss dem Citymanager beim vorliegenden Projekt nicht auf Biegen und Brechen darum, überall eine Rampe hinzustellen, sondern dort, wo sie einen echten Mehrwert biete.

Die Kosten pro Klapprampe haben sich auf rund 750 Franken belaufen und wurden je zu einem Drittel durch die teilnehmenden Betriebe, Gewerbe Olten sowie die Stadt Olten zusammen mit Pro Infirmis co-finanziert. Interessierte Betriebe, die sich in Olten über die mobilen Klapprampen informieren möchten, können mit dem Citymanager Kontakt aufnehmen.
Mit «SO-inklusiv» verfolgt Olten einen pragmatischen Ansatz: Nicht jede Barriere lässt sich sofort baulich beseitigen. Aber jede entfernte Hürde macht die Stadt ein Stück zugänglicher.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.








