Hier kracht es auf Schweizer Autobahnen am häufigsten
Schweizweit gibt es fast 1000 Unfallschwerpunkte. Zu den Hotspots gehören Wangen-Brüttisellen und das Gubrist-Portal in Zürich sowie Egerkingen SO.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Unfallschwerpunkte ist trotz mehr Verkehr zwar gesunken.
- Trotzdem: 2022 bis 2024 wurden schweizweit noch 948 solche Stellen gezählt.
- Besonders heikel sind Wangen-Brüttisellen, Gubrist und Egerkingen.
Seit der Einführung des Verkehrssicherheitsprogramms Via Sicura 2013 müssen Bund, Kantone und Gemeinden gefährliche Stellen im Strassennetz erfassen und entschärfen.
Trotzdem gibt es nach wie vor zahlreiche Hotspots für Verkehrsunfälle: Zwischen 2022 und 2024 wurden schweizweit 948 Unfallschwerpunkte gezählt.
Das sind rund 150 weniger als zu Beginn des Programms – trotz zunehmendem Verkehr. Etwa 100 dieser Stellen liegen auf Nationalstrassen.
Wangen-Brüttisellen bleibt besonders heikel
Zu den heikelsten Abschnitten gehört die Verzweigung Wangen-Brüttisellen auf der A15 im Kanton Zürich, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Dort kam es in drei Jahren auf nur 0,9 Kilometern zu 139 Unfällen.
Der Abschnitt liegt kurz vor dem stark belasteten Brüttiseller Kreuz, wo täglich bis zu 135’000 Fahrzeuge unterwegs sind. Das Hauptproblem ist der Rückstau von der A1 auf die A15.
Fahrzeuge aus dem Zürcher Oberland treffen dort oft mit hoher Geschwindigkeit auf stehende oder stockende Kolonnen. Dazu bleibt nur wenig Platz und Zeit, um die Spur zu wechseln.
Das Bundesamt für Strassen will ab 2028 auf der A1 die Pannenstreifen als Fahrspuren nutzen und den Wangen-Anschluss baulich entflechten. Zusätzlich soll die Strecke im Projekt «A15 Brüttisellen–Uster Ost» umfassend saniert werden.
Gubrist-Portal führt Statistik an
Noch unfallträchtiger ist das Gubrist-Portal bei Weiningen auf der A1. Dort wurden zwischen 2022 und 2024 auf 1,5 Kilometern 498 Unfälle registriert.
Der Abschnitt gehört zur Zürcher Nordumfahrung und ist mit rund 120’000 Fahrzeugen pro Tag stark belastet.
Vor dem Tunneleingang bremsen viele Fahrer abrupt ab, was oft Auffahrunfälle auslöst. Erschwerend kommen Baustellen, verengte Spuren und das nahe Limmattalerkreuz hinzu.
Laut Astra soll sich die Lage nach Abschluss der laufenden Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich 2028 verbessern. Dann soll der Bereich kein Unfallschwerpunkt mehr sein.
Autobahnanschluss Egerkingen SO bleibt Unfall-Hotspot
Ein weiterer kritischer Ort ist der Autobahnanschluss Egerkingen auf der A2 im Kanton Solothurn. Dort gab es im selben Zeitraum 118 Unfälle auf 0,9 Kilometern.
Die Ursache ist insbesondere die hohe Verkehrsdichte an der Schnittstelle von A1 und A2, einem der wichtigsten Strassenknoten der Schweiz.
Besonders problematisch ist die Ausfahrt in Richtung Kreuz Härkingen, wo abbiegende, querende und einfahrende Fahrzeuge auf engem Raum aufeinandertreffen. Auch für Lastwagen ist das Einordnen schwierig.
Seit Mai 2025 läuft deshalb ein grosses Ausbauprojekt auf der A1. Dabei wird auch der Anschluss Egerkingen umgebaut. Geplant sind unter anderem Kreisel und eine neue Verkehrsführung, damit ein bisheriger Gefahrenpunkt verschwindet.















