Groundet der Bundesrat die US-F/A-18-Flotte?
Die US-F/A-18-Jets verwenden Getriebe, die nur ein Schweizer Betrieb herstellt. Wegen des Rüstungsexportverbots können diese nicht mehr geliefert werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bundesrat beschränkt Rüstungsexporte in die USA.
- Darunter leiden könnte die F/A-18-Flotte, die auf Schweizer Getriebe angewiesen ist.
- Der Co-CEO des Herstellers warnt, dass man die Folgen als Land zu spüren bekommen könnte.
Fast drei Wochen nach Ausbruch des Iran-Kriegs hat der Bundesrat entschieden, die Waffenexporte an die Kriegsländer zu stoppen. Zumindest ein bisschen. So werden keine neuen Bewilligungen für den Export von Rüstungsgütern in die USA, den Iran oder nach Israel mehr erteilt. Bereits bewilligte Ausfuhren werden von einer Expertengruppe geprüft.
Der Iran und Israel sind davon kaum betroffen, da sie nur wenige oder gar keine Rüstungsgüter aus der Schweiz kaufen. Für die USA könnte der Beschluss des Bundesrates aber grosse Folgen haben. Denn ihre F/A-18-Kampfjets sind auf Komponenten aus der Schweiz angewiesen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.
Die USA waren 2025 hinter Deutschland der zweitwichtigste Abnehmer Schweizer Rüstungsgüter. Das Land importierte Kriegsmaterial im Wert von 90 Millionen Franken.
Der Grossteil davon waren Hand- und Faustfeuerwaffen. Vor allem die Firmen SIG Sauer und B&T exportieren viel nach Übersee, haben aber auch Standorte in den USA. Zudem gibt es zahlreiche andere Anbieter solcher Waffen, bei denen die USA einkaufen können.
Wird der politische Druck aus den USA ansteigen?
Anders sieht es bei den Getrieben für die F/A-18-Jets, die sogenannten «Super Hornets», aus. Diese werden einzig von Sauter Bachmann, einem Familienunternehmen im Glarnerland, hergestellt.
Im Krieg gegen den Iran spielen die F/A-18 eine wichtige Rolle: Sie starten von den Flugzeugträgern und greifen Ziele im Nahen Osten an. Wird ein Getriebe einer «Super Hornet» beschädigt, kommt das Ersatzteil aus der Schweiz.
Mit dem Rüstungsexportverbot können aber keine neuen Ausfuhren mehr bewilligt werden. Und das gefährdet nun die F/A-18-Flotte.
Max Bachmann, Co-CEO von Sauter Bachmann, sagt der «Aargauer Zeitung», der Entscheid bringe die Firma in eine widrige Lage. Bereits durch das Zollchaos sei man gebeutelt worden. Den jüngsten Entscheid wolle man analysieren und dann eine «Auslegeordnung über die möglichen Auswirkungen anfertigen».
Er warnt auch: «Sollten wir unsere amerikanischen Kunden nicht mehr beliefern können, werden wir das zu spüren bekommen. Als Firma, aber auch als Land.»
Matthias Zoller von Swissmem sieht den Entscheid des Bundesrates kritisch. Er befürchtet, dass der politische Druck aus den USA zunehmen werde. Vor allem, falls sich der Iran-Krieg über mehrere Monate hinziehen werde.
Und er gibt zu bedenken, dass die USA auch für die Schweiz ein wichtiger Rüstungspartner seien. Man zähle auf die USA als Lieferant. Beispielsweise beim Bodluv-Abwehrsystem oder den F-35-Jets.















