Hitzewelle: In diesen europäischen Ländern ist es heisser
Eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad hält weite Teile Europas im Griff – an einigen Orten ist es damit nochmals deutlich heisser als in der Schweiz.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad trifft weite Teile Europas.
- In Tschechien und Polen kämpfen Feuerwehren gegen Überschwemmungen und Sturmschäden.
- In Frankreich und Spanien schliessen Schulen, in Madrid wird ein Public Viewing abgesagt.
Pünktlich zum kalendarischen Sommerbeginn zeigt sich Europa von seiner schwülheissen Seite. Auch in der Schweiz werden diese Woche Temperaturen um 35 Grad erwartet – in mehreren Ländern wird es aber noch deutlich heisser.
Dazu kommen heftige Gewitter, Überschwemmungen und Waldbrände. Besonders betroffen sind Tschechien, Polen, Frankreich und Spanien. Aber auch Italien und Griechenland ächzen unter der Mega-Hitze.
Frankreich: Alkoholverbot und Schulschliessungen
Besonders hart trifft es Frankreich. Für rund die Hälfte des Landes gilt am Montag die höchste Hitze-Warnstufe Rot, betroffen sind unter anderem Paris und 35 weitere Départements. In Bordeaux kletterte das Thermometer am Sonntag bereits auf 40 Grad.
Wegen der ausgerufenen Roten Warnstufe verboten die Behörden während der traditionsreichen «Fête de la musique» den Alkoholkonsum auf öffentlichen Strassen. Aus dem Büro von Premierminister Sébastien Lecornu hiess es dazu, bei allen vom Staat organisierten Veranstaltungen sei angewiesen worden, keinen Alkohol anzubieten.

Auch die Schulen bleiben von der Hitze nicht verschont: Bildungsminister Édouard Geffray kündigte an, dass am Montag 845 Grund- und Mittelschulen geschlossen blieben oder nur einen minimalen Betrieb gewährleisteten. Rund 1800 weitere Schulen würden ihre Stundenpläne anpassen und die Kinder bereits am frühen Nachmittag nach Hause schicken.
Staatspräsident Emmanuel Macron rief die Bevölkerung angesichts der extremen Temperaturen zur Vorsicht auf. Auf der Plattform X schrieb er: «Lasst uns gemeinsam auf unsere älteren Mitmenschen, unsere Kinder und auf alleinstehende oder schutzbedürftige Menschen achten.»

Spanien: Public Viewing in Madrid abgesagt
Auch auf der iberischen Halbinsel macht sich heisse Luft aus Nordafrika bemerkbar. In 13 der 17 spanischen Regionen galt am Sonntag die zweithöchste Alarmstufe, der nationale Wetterdienst AEMET warnte vor Temperaturen von bis zu 40 Grad.
Die Hitze hatte auch sportliche Konsequenzen: Das in Madrid geplante Public Viewing zum WM-Spiel Spaniens gegen Saudi-Arabien wurde abgesagt. Der Madrider Stadtrat und der spanische Fussballverband (RFEF) zogen die Veranstaltung in der Fanzone auf der Plaza de Colón zurück.

Aus dem Rathaus hiess es: «Die Entscheidung wurde getroffen, um die Gesundheit der Besucher, des Veranstaltungspersonals und der unterstützenden Dienste, die an der Veranstaltung beteiligt sind, zu schützen.» Die Behörden riefen die Fans dazu auf, das Spiel des Europameisters in klimatisierten Innenräumen zu verfolgen.
Weitere Länder: Italien und Griechenland
Auch Italien meldete für mehrere Grossstädte wie Bologna, Florenz, Mailand und Turin die Rote Warnstufe. In Griechenland brach auf der Insel Euböa der erste grössere Waldbrand des Jahres aus, er konnte mittlerweile gelöscht werden.

Tschechien: Feuerwehr mit Booteinsätzen
In Tschechien führten Stürme und Überschwemmungen bereits seit Samstag zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Allein am Samstagnachmittag und -abend habe die tschechische Feuerwehr mehr als 700 Einsätze gemeldet. Eisenbahnlinien und Strassen seien durch umgestürzte Bäume blockiert worden, zudem hätten sich Keller mit Wasser gefüllt.
In der mittelböhmischen Stadt Pribram, rund 60 Kilometer südwestlich von Prag, musste die Feuerwehr mit einem Boot zwei Menschen retten, die in ihrem Gartenhäuschen von einer Überschwemmung eingeschlossen waren.
Polen: Frau vom Blitz getroffen
Auch im benachbarten Polen sorgte das Unwetter für dramatische Szenen. In Jakuszyce wurde eine 38-jährige Frau von einem Blitz getroffen und erlitt einen Herzstillstand. Sie wurde schwer verletzt ins Spital gebracht, ihr Zustand sei laut Rettungskräften mittlerweile stabil.
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In der Grossstadt Breslau führten überschwemmte Strassen zu erheblichen Verkehrsproblemen. Selbst der Grosse Preis von Polen im Speedway im Olympiastadion der Stadt konnte nur mit erheblicher Verspätung starten, weil Teile der Strecke und der Boxen unter Wasser standen.












