Schweizer KI Apertus wird für alle nutzbar
Das Schweizer Sprachmodell Apertus lässt sich künftig direkt über den KI-Assistenten Lumo nutzen. Damit erreicht es erstmals ein breites Publikum.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Schweizer Sprachmodell Apertus wird in den KI-Assistenten Lumo aufgenommen.
- Damit können einzelne Nutzer auch direkt mit Apertus chatten.
- Das freiwillige Feedback soll dabei helfen, das offene KI-Modell weiterzuentwickeln.
Die Schweiz hat mit Apertus ein eigenes grosses Sprachmodell entwickelt. Für normale Anwender war davon bislang allerdings wenig zu merken. Z war ist Apertus vollständig offen verfügbar, doch für die direkte Nutzung braucht es entsprechende technische Infrastruktur oder einen Dienst, der das Modell bereitstellt.
Das soll sich nun ändern. Das Schweizer Technologieunternehmen Proton integriert Apertus 1.5 in seinen KI-Assistenten Lumo. zu ChatGPT und Co.
Lumo funktioniert ähnlich wie andere KI-Chatbots: Nutzer können Fragen stellen, Texte bearbeiten oder sich Informationen erklären lassen. Proton positioniert den Dienst als datenschutzorientierte Alternative zu KI-Angeboten aus den USA und China.
Apertus wurde von Forschenden der EPFL und ETH Zürich mit Partnerinstitutionen entwickelt und auf dem Supercomputer Alps am Schweizerischen Nationalen Hochleistungsrechenzentrum CSCS trainiert. Eine Besonderheit von Apertus ist seine Offenheit.
Nicht nur das fertige Modell, sondern auch Trainingsdaten, Quellcode und Entwicklungsprozess sind dokumentiert. Unternehmen und Forschungseinrichtungen können das Modell dadurch untersuchen, verändern und für eigene Anwendungen weiterentwickeln.
Nutzer können Apertus verbessern
Die Integration in Lumo hat aber noch einen zweiten Zweck. Bisher fehlte dem Forschungsteam etwas, über das die grossen kommerziellen KI-Anbieter reichlich verfügen: Rückmeldungen aus dem Alltag von Millionen Nutzern.
Lumo soll solche Erfahrungen nun liefern. Die Unterhaltungen selbst bleiben laut Proton durch eine sogenannte Zero-Access-Verschlüsselung privat. Wer möchte, kann jedoch aktiv anonymisiertes Feedback zu den Antworten von Apertus abgeben. Dieses darf anschliessend an das Forschungsteam weitergegeben werden.
Apertus wurde im September 2025 vorgestellt und wird inzwischen bereits von verschiedenen Unternehmen und Organisationen eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Anwendungen in Rechenzentren, Cloud-Dienste und spezialisierte Apps.
Mit Lumo wird der Zugang nun deutlich einfacher: Statt selbst ein Sprachmodell installieren oder einen spezialisierten Dienst einrichten zu müssen, können auch technisch weniger versierte Nutzer Apertus über eine gewöhnliche Chat-Oberfläche nutzen.






