Trotz Beschränkungen aufgrund der Pandemie präsentiert sich die schweizerische Buchbranche an der Frankfurter Buchmesse wie bisher.
Frankfurter Buchmesse
Besucher stehen auf der Frankfurter Buchmesse vor einem Bücherregal. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz wird auch an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse stark vertreten sein.
  • Neu treten Deutsch- und Westschweizer Verleger gemeinsam auf.

Trotz Beschränkungen aufgrund der Pandemie präsentiert sich die schweizerische Buchbranche an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse in vergleichbarem Umfang wie vor der Pandemie. Neu ist, dass die Verbände der Deutsch- und Westschweizer Verleger und Buchhändler gemeinsam auftreten.

Gemeinsamer Auftritt wurde nach vorne gelegt

«Erstmals ist bei uns am Stand auch unser Schwesterverband aus der Romandie, vertreten», sagt Myriam Lang auf Anfrage von Keystone-SDA. Lang ist beim Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV), der die Deutschschweizer Branche vertritt, verantwortlich für internationale Buchmessen.

ARCHIV - Blick über eine Ausstellungshalle der Frankfurter Buchmesse. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
ARCHIV - Blick über eine Ausstellungshalle der Frankfurter Buchmesse. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa - sda - Keystone/ZB/Jens Kalaene

Eigentlich sei der gemeinsame Auftritt von SBVV und LivreSuisse erst für kommendes Jahr vorgesehen gewesen, so Lang weiter. Insgesamt nehmen am SBVV-Stand 67 Mitaussteller teil, darunter die Kulturstiftung Pro Helvetia, die Kulturstiftung Liechtenstein und Graubünden Books, der Verband der Bündner Verlage.

Damit sei der Gemeinschaftsstand nicht kleiner als vor der Pandemie, «aber anders durchmischt», so Lang. Das heisst, Verlage, die vor Corona normalerweise mit einem eigenen Stand nach Frankfurt kamen, haben in diesem Jahr ihren Auftritt am gemeinsamen SBVV-Stand, so etwa der Kochbuchverlag AT, der Kinderbuchverlag NordSüd, der Sachbuchverlag Nachtschatten oder Literaturverlage wie Kein & Aber, Unionsverlag oder Dörlemann.

Diogenes und Kampa mit eigenem Stand an Messe

Auch die beiden vergleichsweise grossen Schweizer Verlage Diogenes und Kampa werden in diesem Jahr nicht mit eigenem Stand in Frankfurt sein. Diogenes hat das schon im April entschieden, «aus Gründen der Planungssicherheit, zum Schutz der Mitarbeitenden und aus Rücksicht auf unsere Autorinnen und Autoren», wie es bei dem Zürcher Verlagshaus auf Anfrage heisst. Dennoch sind Diogenes-Autorinnen und -Autoren in Frankfurt, beispielsweise Daniela Krien oder Sasha Filipenko.

Zudem schlüpfen verschiedene unabhängige Verlage der Vereinigung Swiss Independent Publishers (SWIPS) beim SBVV unter. Das allerdings war schon vor der Pandemie so, da SWIPS in Frankfurt nie mit einem eigenen Gemeinschaftsstand auftreten.

SBVV-Stand belegt 240 Quadratmeter

Lang freut sich darüber hinaus, dass der SBVV-Stand mit seinen 240 Quadratmetern «sehr gut» platziert sei, gleich beim Eingang der Halle 3, «mit gutem Besucherstrom» - und das «trotz Pandemie mit den sehr strengen Auflagen, die im deutschen Bundesland Hessen gelten», wie sie sagt. Diesem Umstand ist allerdings geschuldet, dass der SBVV-Stand ohne Bühne auskommen muss. In diesem Jahr gibt es auf der ganzen Messe in keiner der Hallen Bühnen.

Eine Mitarbeiterin der Frankfurter Buchmesse steht vor der Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse an einem Buchstand in der Festhalle. Foto: Arne Dedert/dpa pool/dpa
Eine Mitarbeiterin der Frankfurter Buchmesse steht vor der Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse an einem Buchstand in der Festhalle. Foto: Arne Dedert/dpa pool/dpa - sda - Keystone/dpa pool/Arne Dedert

Das Rahmenprogramm mit den Auftritten der Autorinnen und Autoren findet verteilt auf die Stadt überall in Frankfurt statt. Lang verweist auf einen Anlass zum 100. Geburtstag des Schweizer Grafikers und Illustrators Celestino Piatti, der zusammen mit dem Schweizer Generalkonsulat, dem NordSüd Verlag und dem Christoph Merian Verlag durchgeführt wird. Zudem treten die beiden für den Schweizer Kinderbuchpreis Nominierten auf.

Schweizer Autoren zu Gast auf blauem Sofa

Auch die Autorinnen und Autoren Martina Clavadetscher, Thomas Duarte, Michael Hugentobler und Veronika Sutter, die sich Hoffnungen auf den Schweizer Buchpreis machen können, treten im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vors Publikum: am Open Books Lesefest und auf dem berühmten Blauen Sofa. Es werden zudem Schweizer Autorinnen und Autoren in Frankfurt sein, deren Werke nicht bei schweizerischen, sondern deutschen Verlagen erscheinen; so beispielsweise Franz Hohler, dessen jüngster Erzählband bei Luchterhand erschienen ist.

Generell ist für die Verlagsbranche gerade die Frankfurter Buchmesse ein wichtiger Treffpunkt für die eigenen Netzwerke. An der weltgrössten Veranstaltung dieser Art werden Lizenzgeschäfte abgeschlossen und es wird für die eigenen Produkte geworben.

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