Mehr Gewässerverschmutzungen durch Industrie und Gewerbe in Luzern
Im Kanton Luzern blieb die Zahl der Gewässerverschmutzungen 2025 stabil, doch Industrie und Gewerbe verursachten deutlich mehr Fälle als im Vorjahr. Gleichzeitig nahm die Zahl der Fischsterben zu.

Die Zahl der Gewässerverschmutzungen blieb 2025 mit 68 Fällen auf dem Niveau von 2024 und unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 (78), teilte die Luzerner Staatskanzlei am Dienstag mit.
Während im Vorjahr vor allem Landwirtschaftsbetriebe verantwortlich waren, gingen die Verunreinigungen 2025 vermehrt auf Industrie- und Gewerbebetriebe zurück. In diesem Bereich wurden mit 31 Fällen fast doppelt so viele Vorfälle wie 2024 mit 16 Fällen registriert.
Ein grosser Teil ging laut Mitteilung auf Baustellenabwasser zurück. Zugenommen hätten Einträge von Betriebs- und Bohrabwasser sowie von Öl, Diesel und Benzin. Insgesamt wurden in diesen Kategorien 24 Fälle registriert.
Die Zahl der Fischsterben stieg von fünf auf sieben. Betroffen war eine Fliessstrecke von insgesamt rund zwei Kilometern und damit deutlich weniger als im Zehnjahresdurchschnitt (neun Kilometer), hiess es. Je zwei Fischsterben wurden durch Industrie und Landwirtschaft verursacht, eines durch Private und zwei Fälle blieben ungeklärt, so die Staatskanzlei. Auch Verschmutzungen ohne sichtbares Fischsterben könnten für kleine Wasserlebewesen «verheerend» sein, so die Staatskanzlei.
Für den Fischereiverband des Kantons Luzern besteht «kein Grund zur Entwarnung», wie er am Donnerstag in einem Communiqué festhielt. Der Verband warnt insbesondere vor einer «hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Gewässerverschmutzungen».
Rückläufig waren die durch Landwirtschaft verursachten Verunreinigungen. Sie sanken von 29 auf 15 Fälle, die mit Gülle oder Mist verursacht wurden. Die seit 2020 eingeführten Gewässerschutzkontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben würden «wesentlich» dazu beitragen, Mängel bei Hofdüngeranlagen oder Betankungs- und Waschplätzen zu beheben, hiess es.






