Schiffe können nicht überall fahren: «Der Rhein ist zweigeteilt»

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Deutschland,

    Am Rhein herrscht dramatisches Niedrigwasser: Der Fluss könnte bald zweigeteilt sein. Das hat Folgen für die Schifffahrt.

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    Der wichtige Messpunkt Pegel Kaub als Nadelöhr: Der Rhein droht für Schiffe unpassierbar zu werden. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wegen der Trockenheit droht sich der Rhein in Deutschland zu teilen.
    • Für die Schiffe werden so Routen blockiert – sie können nicht mehr überall hinfahren.
    • Die Industrie gerät durch Lieferprobleme auf dem Rhein unter Druck.

    Am Wochenende wurden im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen neue historische Tiefststände gemessen: In Düsseldorf fiel der Rhein auf nur noch 15 Zentimeter, in Köln auf rund 60 Zentimeter. Am Pegel Emmerich lag der Wasserstand sogar im negativen Bereich.

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    Der Rhein in Köln trocknet aus. - keystone

    Besonders kritisch wird es an einem zentralen Messpunkt, dem Pegel Kaub. Dort wird laut dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) im Verlauf der Woche erstmals ein einstelliger Wasserstand erwartet. Das hat weitreichende Folgen für die Schifffahrt und die Wirtschaft.

    BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen erklärt gegenüber der «Rheinischen Post»: «Wegen ausbleibender Niederschläge wird im Laufe der Woche an dem wichtigen Pegel Kaub erstmals nur noch einen einstelligen Wert prognostiziert.»

    Die gewerbliche Schifffahrt werde bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können.

    Der Rhein droht in zwei Teile zu zerfallen

    Der Pegel Kaub, ein Messpunkt am Mittelrhein in Rheinland-Pfalz, gilt als Referenzwert für die gesamte Binnenschifffahrt auf dem Rhein. Fällt er extrem tief, können Schiffe den Fluss nicht mehr durchgängig befahren. Genau das droht nun.

    Schwanen beschreibt die Lage drastisch: «Im Prinzip ist der Rhein damit nicht mehr durchgängig befahrbar und damit zweigeteilt.»

    Der Fluss würde faktisch in zwei voneinander getrennte Abschnitte zerfallen.

    Im Norden bliebe der Schiffsverkehr zwischen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sowie Nordrhein-Westfalen bis etwa Köln möglich.

    Im südlicheren Teil des Flusssystems könnten Schiffe weiterhin auf den Nebenflüssen verkehren. Schwanen nennt dabei Neckar, Mosel, Main sowie den Main-Donau-Kanal. Auch die Ausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt sind von der Situation betroffen, sagt der BDB-Geschäftsführer.

    Transportkosten steigen, Industrie gerät unter Druck

    Die Niedrigwasserstände treffen nicht nur den Rhein. Auch andere grosse Flüsse sind betroffen. Für die Binnenschifffahrt, also den Transport von Gütern auf Flüssen und Kanälen, entstehen dadurch erhebliche Probleme.

    Rhein-Niedrigwasser: Wer soll die höheren Transportkosten tragen?

    Schiffe können bei niedrigem Wasserstand deutlich weniger Ladung an Bord nehmen. Das erhöht die Kosten pro Transport. Besonders Industriebranchen, die regelmässig auf Schiffstransporte angewiesen sind, spüren die Folgen.

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    Der Pegel des Bodensees ist weit unter dem Durchschnitt. - Nau.ch

    Auch in der Schweiz sinken die Pegel der Gewässer. Am Bodensee klagten Schifffahrer bereits Ende Juli, Die Saison sei gelaufen.

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    Kommentare

    User #2641 (nicht angemeldet)

    Vielen, vielen herzlichen Dank, Luxy Wolfsmädel!

    User #1963 (nicht angemeldet)

    Nicht das erste Mal, Dürrejahre gb es schon immer und sogar noch schlimmer

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