Flut in Nepal: Auch eine Schweizer Person unter den Vermissten
In Folge der Sturzflut im Gebiet zwischen Nepal und China hat die Tourismusbehörde in Nepal auch eine vermisste Person mit Schweizer Staatsbürgerschaft gemeldet. Die Hilfswerke Helvetas und das Rote Kreuz starten Nothilfe-Aktionen und haben erste Gelder gesprochen.

Nach der Flut in Rasuwa, Nepal, meldete die Tourismusbehörde 644 vermisste Personen. Die meisten Vermissten sind indischer oder nepalesischer Staatsangehörigkeit.
Unter den zahlreichen ausländischen Vermissten befindet sich gemäss der Behörde auch eine Person aus der Schweiz. Zudem mehrere Dutzend vermisste Staatsangehörige aus Australien, Kanada, Malaysia, Grossbritannien, den USA und der Ukraine.
EDA sucht nach Schweizerin
Dem Schweizerischen Aussendepartement (EDA) lagen zuvor keine Informationen über Schweizer Verletzte oder Verstorbene vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gange. Zu einer Schweizer Staatsangehörigen konnte das EDA aber bislang keinen Kontakt herstellen, wie es am Donnerstag hiess. Zusammen mit den Vertretungen in Kathmandu und Peking sei die Suche in die Wege geleitet worden.
Aktuell hätten sich rund 20 reisende Personen bei Travel Admin registriert. Im Auslandschweizerregister seien rund 120 Personen angemeldet. Das EDA konnte keine Angaben dazu machen, wie viele Personen sich in der betroffenen Region aufhielten. Schweizer Staatsangehörige vor Ort seien gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.
Schweiz spricht eine Million für Hilfsmassnahmen
Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich auf X «tief getroffen von den verheerenden Überschwemmungen» und gedachte der Opfer und ihrer Familien. Die Schweiz stehe solidarisch mit allen Betroffenen und mit allen, die unermüdlich arbeiteten, um die Gemeinschaft vor Ort zu unterstützen, schrieb er weiter.
Als Reaktion auf die verheerenden Überschwemmungen in Nepal stelle die Schweiz über die Vereinten Nationen rund eine Million US-Dollar für humanitäre Hilfsmassnahmen in Nepal bereit, teilte das EDA am Donnerstag weiter mit.
Das Geld soll in sauberes Trinkwasser, Notunterkünfte, Nahrungsmittelhilfe, medizinische Versorgung sowie psychosoziale Unterstützung für die betroffenen Gemeinschaften fliessen. Laut EDA wird die humanitäre Hilfe mit den vor Ort vorhandenen Ressourcen geleistet.
Schweizer Hilfswerke leisten Nothilfe
Die Schweizer Hilfswerke Helvetas und das Rote Kreuz haben nun Nothilfemassnahmen eingeleitet. Zur Finanzierung der Hilfe starteten beide Organisationen in der Schweiz einen Spendenaufruf.
Die Hilfsorganisation Helvetas hat ein Team in das Katastrophengebiet entsandt. Die lokalen Mitarbeitenden sollen das Ausmass der Schäden abklären und die Nothilfe vorbereiten, wie Helvetas am Donnerstag mitteilte. Dafür stellte die Organisation 100'000 Franken bereit. Im Vordergrund stehe die Versorgung der Bevölkerung mit Notunterkünften, Trinkwasser und Hygieneartikeln.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) stellt mit der Unterstützung des Bundes weitere 50'000 Franken für Nothilfe bereit. Das SRK halte sich bereit, das lokale Rote Kreuz, das seit den ersten Stunden im Einsatz stehe, «mit Fachpersonal und weiteren Hilfsgeldern zu unterstützen».
Mehr als 1300 Vermisste
Am Mittwoch hatten gewaltige Schlamm- und Gesteinsmassen in der Gebirgsregion zwischen Nepal und dem Südwesten Tibets entlang des Flusses Bhotekoshi bis nach Zentralnepal hinein eine Schneise der Verwüstung geschlagen.
Was die Flutwelle auslöste, werde noch untersucht. Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde vermutete jedoch nach ersten Analysen von Satellitenbildern, dass eine Gletscherlawine zunächst einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert haben könnte, der im Hochland von Tibet entspringt, wie die «Kathmandu Post» berichtete. Dadurch habe sich ein vorübergehender See gebildet, der anschliessend über die Ufer getreten sei. Eine Flutwelle aus Wasser, Eis und Geröll sei dann flussabwärts in den Himalaya-Staat vorgerückt.
Behördenangaben zufolge sei die Zahl der Vermissten allein in Nepal auf 826 gestiegen. Damit steigt die Gesamtzahl der Vermissten in Nepal und in China auf mehr als 1300. Unter den Vermissten befinden sich auch zahlreiche Touristen. Die betroffene Region gilt als beliebtes Wandergebiet und Ziel von buddhistischen und hinduistischen Pilgern, die über Nepal zum heiligen Berg Kailash in Tibet wollen.






