Pilot nach Messer-Attacke im Cockpit festgenommen
Nach dem blutigen Zwischenfall auf einem Flydubai-Flug ist ein Pilot festgenommen worden. Er soll seinen Kollegen mit einem Messer attackiert haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv hat eine Flydubai-Maschine mehrere Notrufe abgesetzt.
- Nun ist klar: Die Crew hat die Notrufe abgesetzt, da sich die Piloten heftig stritten.
- In Israel geht man nun sogar von einem möglichen versuchten Terroranschlag aus.
Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai hat am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv für dramatische Minuten gesorgt. Zunächst setzte die Maschine den internationalen Notfallcode Squawk 7700 ab, kurz darauf folgte der Entführungscode Squawk 7500.
Israel reagierte umgehend und schickte Kampfflugzeuge in die Luft. Inzwischen verdichten sich die Hinweise darauf, dass es im Cockpit zu einem gewaltsamen Angriff gekommen ist.

Einer der Piloten soll seinen Kollegen mit einem Messer attackiert und verletzt haben. Der Tatverdächtige ist nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu inzwischen in Saudi-Arabien festgenommen worden.
Pilot soll Kollegen mit Messer angegriffen haben
Was genau an Bord geschah, wird derzeit untersucht. Israelischen Medienberichten zufolge kam es zwischen den beiden Piloten zunächst zu einer Auseinandersetzung.
Eine Passagierin berichtete, einer der Männer habe den anderen mit einem Taschenmesser angegriffen. «Wir sahen Blut», sagte sie.
Auch Videos aus der Maschine zeigen dramatische Szenen. Darauf ist unter anderem ein verletzter Mann mit Atemmaske zu sehen. An der Wand neben ihm befinden sich Blutspuren.
Ein weiterer Mann liegt verletzt am Boden. Passagiere sollen dabei geholfen haben, den mutmasslichen Angreifer unter Kontrolle zu bringen.
Wollte Pilot das Flugzeug abstürzen lassen?
Noch schwerer wiegt ein weiterer Verdacht. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll der tatverdächtige Pilot versucht haben, die Maschine zum Absturz zu bringen.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz spricht inzwischen von einem «versuchten dschihadistischen Anschlag». Dieser sei nur dank des Eingreifens israelischer Passagiere vereitelt worden, erklärte Katz.

Auch Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir bezeichnet den Vorfall als Terroranschlag.
Ob tatsächlich ein terroristisches Motiv vorlag, ist bislang nicht abschliessend geklärt. Die Hintergründe werden weiterhin untersucht.
Maschine ging in heftigen Sinkflug
Flugdaten zeigen, dass die Maschine während des Vorfalls stark an Höhe verlor. Sie befand sich zeitweise in einem heftigen manuellen Sinkflug.
An Bord befanden sich insgesamt 174 Passagiere, darunter 14 Kinder.
Wer zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle über das Flugzeug hatte und was genau im Cockpit passierte, wird derzeit untersucht.

Auch bei der Herkunft der beiden Piloten gibt es widersprüchliche Angaben. Israelische Medien berichteten unter anderem, der Tatverdächtige stamme aus dem Oman. Offiziell bestätigt ist dies bislang nicht.
Tatverdächtiger Pilot festgenommen
Nach der Attacke gelang es der Crew und Passagieren offenbar, die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Der tatverdächtige Pilot wurde nach Angaben von Netanjahu nach der Landung von den saudischen Behörden festgenommen. Beide Piloten wurden verletzt ins Spital gebracht.
Die Maschine wurde während des Zwischenfalls nach Saudi-Arabien umgeleitet. Statt wie geplant nach Tel Aviv zu fliegen, landete sie sicher auf dem Flughafen Tabuk.
Passagiere sollen nach Israel zurückkehren
Nach der Notlandung richtete der Flughafen in Tel Aviv einen Informationsbereich für Angehörige ein.
Israelischen Medienberichten zufolge sollen die Passagiere mit einer Ersatzmaschine nach Israel gebracht werden.
Flydubai erklärte, alle Passagiere seien in Sicherheit. Was den Angriff ausgelöst hat und ob der Tatverdächtige tatsächlich versuchte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.















