Flydubai: Co-Pilot wollte Flugzeug über Flughafen abstürzen lassen
Zum vereitelten Flydubai-Flug-Absturz werden immer mehr Details bekannt: Offenbar wollte der Co-Pilot den Flieger auf den Flughafen von Tel Aviv stürzen lassen.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Ziel des Flydubai-Co-Piloten soll gewesen sein, das Flugzeug auf den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv abstürzen zu lassen.
- Ausserdem habe er die Tat eigentlich schon im Juli ausführen wollen.
- Ein Augenzeuge schildert, dass das Cockpit zweitweise verwaist gewesen sein soll.
Am Mittwoch kam es beinahe zu einer grossen Katastrophe: Im Flydubai-Flug 1073 hatte Co-Pilot Hamam al-Hammami den Piloten Smit Machchhar angegriffen, um das Flugzeug zu übernehmen.
Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen. Passagiere überwältigten den Täter.
Nun kommen dazu immer mehr Details ans Licht: Wie der israelische Sender «Channel 12» berichtet, habe al-Hammami das Flugzeug auf den Flughafen von Tel Aviv abstürzen lassen wollen. Das habe der Co-Pilot im Verhör gesagt.
Tat eigentlich schon im Juli vorgesehen
Dem Bericht zufolge sei er als Pilot mehrmals nach Israel geflogen und habe dabei Informationen gesammelt. Al-Hammami habe angegeben, den Anschlag eigentlich schon im Juli geplant zu haben. Weil aber damals ein befreundetes Besatzungsmitglied mit an Bord gewesen sei, habe er den geplanten Terror-Akt verschoben.

Laut einem Augenzeugen war das Cockpit während der gewalttätigen Auseinandersetzung zudem zeitweise verwaist: «Im Cockpit war niemand», sagt der israelische Geschäftsmann Tal der «Jerusalem Post».
Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt sei, ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Zugleich habe das Flugzeug massiv an Höhe verloren. Er habe dann zwei zufällig neben ihm sitzende Piloten ins Cockpit gebracht, die den Flug in Saudi-Arabien landeten.
«Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen»
Der nur als Tal bezeichnete Augenzeuge erzählte der Zeitung in dem Interview weiter, er habe die beiden Piloten anschreien müssen: Sie sollten sich nach vorn begeben. Doch sie hätten sich nicht bewegt.
«Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war.»
Einer der beiden sei schliesslich nach vorn gegangen und habe die Kontrolle übernommen. Der Zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.
Die Zeitung schreibt weiter, Tal habe in einer früheren WhatsApp-Nachricht sein Agieren als «Kampfunterstützung» bezeichnet. Drei andere Israelis hätten den Angreifer körperlich überwältigt.
Er habe die Piloten nach vorne gebracht und dabei geholfen, etwas zu finden, mit dem der Angreifer gefesselt werden konnte – Ladekabel.
Zeuge: «Von jetzt an führen wir den Flug»
Derweil habe ein israelischer Zahnarzt den schwer verletzten indischen Piloten behandelt. Nachdem der Angreifer überwältigt gewesen sei und die beiden Piloten im Cockpit gewesen seien, hätten sie die Besatzungsmitglieder vom unmittelbaren Geschehen weggeführt und ihnen gesagt: «Von jetzt an führen wir den Flug.»
Anschliessend hätten sie neben jedes Besatzungsmitglied einen Israeli gestellt. «Alle Israelis waren sich einig, dass wir an den entscheidenden Stellen nur Israelis haben sollten», sagte Tal der «Jerusalem Post».
Es habe keine Befehlskette und keinen Plan gegeben. Die Menschen hätten einfach verschiedene Aufgaben übernommen.
Tal war Augenzeuge. Der Ablauf kann derzeit nicht unabhängig bestätigt werden.
Co-Pilot verlor zuvor Job wegen Sicherheitsbedenken
Al-Hammami war als Islamist bekannt. Laut «CNN», das sich auf israelische Quellen beruft, habe er wahrscheinlich alleine gehandelt. US-Medien zufolge war er zuvor wegen Sicherheitsbedenken aus seinem früheren Job bei einer Fluggesellschaft im Oman entlassen worden.
Saudi-Arabien hat den Mann mittlerweile an die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeliefert, wo er aktuell verhört wird. Zudem führen Israel und Saudi-Arabien eigene Untersuchungen zu dem Vorfall.





















