Seit der Kündigung des Krisen-GAV der Swissport-Mitarbeiter ist die Lage am Flughafen Zürich angespannt. Im August soll eine neue Lösung auf den Tisch.
Flughafen Zürich
Ein Swissport-Mitarbeiter am Flughafen Zürich. - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Swissport-Angestellten haben den Krisen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gekündigt.
  • Wegen den schlechten Arbeitsbedingungen dürfte es bereits im Sommer zu Protesten kommen.
  • Falls im August keine Lösung gefunden werden kann, drohen zahlreiche Streiks.
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Die Kündigung des Krisen-Gesamtarbeitsvertrags (GAV) von Swissport-Angestellten sorgt für mächtig Wirbel. Das Bodenpersonal will sich gegen seinen Arbeitgeber wehren und droht mit Protesten am Flughafen Zürich.

Im schlimmsten Fall könnte es laut SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn zu «wilden Streiks» des Personals kommen. Ausgerechnet kurz vor den Sommerferien scheint bei der Fliegerei ein grosses Chaos vorprogrammiert.

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Swissport-Angestellte verdienten wegen Corona weniger.
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Daher wollen sie nun im Sommer wieder protestieren – wie hier, am 12. Januar 2021.
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Zudem wollen die Swissport-Angestellten den Krisen-GAV kündigen.

Klar ist, dass sich Swissport im August mit den Gewerkschaften treffen wird, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ziel sei es, auf Anfang 2023 einen neuen Gesamtarbeitsvertrag abzuschliessen und die Sozialpartnerschaft fortzuführen.

Flughafen Zürich: Bodenpersonal stellt klare Bedingungen an Swissport

Die Kündigung des GAV sei gemäss VPOD-Regionalsekretär Stefan Brülisauer ein Zeichen, dass es die Mitarbeitenden ernst meinen. Laut der Gewerkschaft für Bodenpersonal wollen sich die Angestellten von der Friedenspflicht lösen und würden notfalls auch streiken.

Die Forderung der Angestellten ist klar: Swissport soll ihr Versprechen einlösen und die Arbeitsbedingungen vor den Krisenmassnahmen wieder herstellen.

Bereits im September 2020 wurde gegen den Lohnabbau in der Luftverkehrsbrancheprotestierten protestiert. - Nau.ch

Die Angestellten hätten aber auch weitergehende Forderungen, sagt Brülisauer: «Es braucht einen Teuerungsausgleich und Massnahmen zur Verbesserung der Work-Life-Balance.» Ohne diese Bedingungen werde man keiner Lösung zustimmen.

Ein Kompromiss dürfte für die Angestellten also nicht in Frage kommen. «Wenn zeitnah keine Lösung gefunden wird, werden die Arbeitskampfmassnahmen bis hin zu einem unbefristeten Streik kontinuierlich gesteigert», betont Brülisauer.

Swissport geht nicht von baldiger Lösung aus

Bis anhin waren die Verhandlungen zwischen Swissport und den Sozialpartnern nicht erfolgreich. Laut der weltweit grössten Bodenabfertigungs-Firma habe es beispielsweise an der Regelung von Ruhetagen sowie Einsatz- und Vertragsmodellen gehapert.

Obwohl die Verhandlungen im August neu aufgenommen werden, geht man bei Swissport nicht von einer baldigen Lösung aus: «Es ist kaum mit einer Einigung im August zu rechnen. Wir haben mit den Sozialpartnern bereits weitere Termine für den September vereinbart», teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Es drohen Streiks am Flughafen - Fliegen Sie trotzdem in die Ferien?

Ob es zu einer Einigung kommen wird, hänge von beiden Verhandlungsparteien ab. «Es benötigt Kompromisse beider Seiten», so eine Sprecherin zu Nau.ch.

Ob die Sozialpartner tatsächlich auf einen Kompromiss eingehen werden, ist fraglich. Trotzdem ist man bei Swissport zuversichtlich, «eine Einigung bis Ende 2022 zu finden».

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