Fische leiden – Hitzewellen verändern Schweizer Seen

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Bern,

    Schweizer Seen heizen sich auf Rekordhöhen auf. Fische geraten dadurch in ernste Bedrängnis – mit direkten Folgen für Berufsfischer.

    Fische
    Schweizer Seen heizen sich auf Rekordwerte auf. Fische sterben, Fangmengen brechen ein – Experten schlagen Alarm. (Symbolbild) - keystone

    Was Badegäste erfreut, wird für Fische zum Überlebenskampf. Temperaturen von 26 Grad und mehr setzen die Ökosysteme der Schweizer Seen stark unter Stress, wie das «SRF» berichtet.

    Alexander Roschi vom Schweizerischen Fischereiverband schlug Anfang Juli Alarm. Gegenüber dem «SRF» sagte er: «Noch nie stand es so früh im Jahr so ernst um viele Gewässer und ihre Bewohner.»

    Sollen Bund und Kantone mehr Massnahmen ergreifen, um Fische vor Hitzestress zu schützen?

    Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff – das ist für Fische lebensgefährlich. Laut dem «SFV» führte genau das in den Hitzesommern 2003, 2018 und 2022 zu Massensterben von Äschen und Forellen.

    Fische in flachen Seen besonders gefährdet

    Empfindliche Arten wie Felchen und Seeforellen weichen in kühlere Tiefenschichten aus, berichtet das «SRF». Für Fische in flachen Gewässern wie dem Murtensee gibt es diesen Ausweg, erklärt Andrin Krähenbühl von der Fischereiberatungsstelle Fiber.

    Wärmeliebende Arten hingegen profitieren vom Temperaturanstieg. Der Wels etwa habe seinen Bestand in 25 Jahren verzehnfacht.

    Am Bodensee hat der Klimawandel den Felchenbestand zusätzlich geschwächt. Wärmeres Wasser lässt Larven zu früh schlüpfen und erhöht die Sterblichkeit der Eier, berichtet das «ORF Vorarlberg».

    Berufsfischer in existenzieller Krise

    Reto Leuch, Präsident des Berufsfischereiverbands, beschreibt einen dramatischen Einbruch. Gegenüber dem «SRF» sagte er: «Es ist noch ein Drittel von dem, was wir vor fünf Jahren gefangen haben.»

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    Heisses Wasser enthält weniger Sauerstoff. Für Fische wird das zur Überlebensfrage – mit Folgen für die ganze Fischerei. (Symbolbild) - keystone

    Das Problem reiche bis in den Winter, so Leuch. Weil der See sich bei zu milden Temperaturen nicht mehr durchmische, fehle es Fischen ganzjährig an Sauerstoff.

    Die internationale Fischereibehörde am Bodensee verhängte deshalb bis Ende 2026 eine Schonzeit. Laut dem «ORF Vorarlberg» soll ab 2027 ein vorsichtiger, wissenschaftlich begleiteter Wiedereinstieg in die Felchenfischerei ermöglicht werden.

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    Kommentare

    User #5037 (nicht angemeldet)

    Welse richtig zubereitet sind eine Delikatesse. Man muss halt das fischen was im Überfluss da ist. Vielleicht siedelt sich auch Klima-bedingt eine neue Fischart an. Bitte dann nicht von neo- irgendwas und inwasive Tierart panik machen. Die Natur passt sich an. Wir müssen das so hinnehmen und sollten uns auch anpassen. Sonst gehen wir noch ganz unter. Dem alten hinterher trauern bringt nix. Man kann lehren ziehen aus der Vergangenheit, aber nicht für die Zukunft als Maßstab brauchen.

    User #4722 (nicht angemeldet)

    Verschont uns mit eurer Klimahysterie, es ist Sommer.

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