Fake News im Alltag: Zu viel Social Media macht dich zum Schwurbler!
Über die Hälfte stösst regelmässig auf Fake News. Qualitätsmedien schützen laut Studie besser vor Verschwörungsmythen als Social Media.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut Universität Zürich sehen 56,5 Prozent Desinformation als grosses Problem.
- Über die Hälfte der Bevölkerung begegnet im Alltag regelmässig Fake News.
- Qualitätsmedien schützen laut Studie besser vor Verschwörungsmythen als soziale Medien.
Fake News werden in der Schweiz zum Alltagsproblem. Gleichzeitig fehlen den klassischen Medien die Mittel. Das zeigt das neue «Jahrbuch Qualität der Medien» der Universität Zürich.
56,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung sehen in Desinformation ein grosses gesellschaftliches Problem – deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. Über die Hälfte stösst im Alltag regelmässig auf Fake News, vor allem auf Social Media, Videoportalen und durch KI-Chatbots.
Das geht aus der am Montag publizierten Studie des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich hervor.
Verschwörungserzählungen finden grossen Anklang
Verschwörungserzählungen verfangen dabei stark: Fast die Hälfte hält es für plausibel, dass das Coronavirus als Biowaffe hergestellt wurde. 40 Prozent glauben an das Narrativ eines politisch gesteuerten «Bevölkerungsaustauschs».
Als wirksamster Schutz gegen Desinformation gilt der Konsum von Qualitätsmedien. Keine schützende Wirkung haben hingegen Social-Media-Plattformen.
Wer sich ausschliesslich über TikTok oder Instagram informiert, ist gemäss Studie genauso anfällig für Verschwörungsmythen wie Personen, die gar keine Nachrichten konsumieren. Insgesamt liegt der Anteil beider Gruppen bei rund 42 Prozent.
Bevölkerung hält an SRG-Vollprogramm fest
Im Hinblick auf die SRG-Neukonzessionierung 2029 zeigt die Studie einen starken Rückhalt in der Bevölkerung: 57,7 Prozent halten den Service public, wie ihn die SRG anbietet, für wichtig oder sehr wichtig.
Entgegen aktuellen Sparplänen erwarten sie von der SRG ein Vollprogramm aus Information, Bildung, Kultur, Sport und Unterhaltung, wie aus der Studie weiter hervorging.
Während Tech-Plattformen jährlich bis zu 2,5 Milliarden Franken an Schweizer Werbegeldern abschöpften, sanken die Einnahmen der hiesigen Medien gemäss fög auf 1,94 Milliarden.
Die Forschenden fordern deshalb Gegenmassnahmen wie ein Leistungsschutzrecht und Mediengutscheine für junge Erwachsene.














