Expertin erklärt: So viel Schoggi brauchen Kinder an Ostern
An Ostern wird bekanntlich viel Schoggi verschenkt – und gegessen. Doch ist das überhaupt sinnvoll? Und wie viel Schokolade ist für Kinder überhaupt gut?

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schoggihasen sind an Ostern nicht wegzudenken.
- Doch Eltern sind immer sensibilisierter dafür, dass das für Kinder gar nicht gesund ist.
- Die Nachfrage nach den Schoggihasen ist aber nicht gesunken, so die Detailhändler.
- Wie viel Schokolade ist für Kinder genug? Eine Expertin klärt auf.
Ostern feiert man hierzulande mit vielen Eiern und noch mehr Schoggi.
Schoggihasen und Schoggigeier gehören zum Fest einfach dazu. Sie sind beliebte Geschenke – vor allem für Kinder.
Nur: Die viele Schokolade ist auch eine Zuckerbombe. Und nicht wenige Eltern würden sich wünschen, dass ihre Kinder weniger Schoggihasen geschenkt bekommen würden.
Denn viele Eltern sind heute sensibilisiert, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht. Sie wissen: Zu viel Zucker ist vor allem für kleine Kinder nicht gesund.
Dass eine Sensibilisierung stattgefunden hat, weiss auch Ernährungsberaterin Mona Werschler alias «Miss Broccoli». «Viele Eltern sind sensibilisiert. Aber es fehlt doch am Wissen, wo zum Beispiel auch versteckter Zucker enthalten ist.»
Im Coop gibt es einen Schoggihasen ohne Zuckerzusatz
«Nein», erklären gegenüber Nau.ch die beiden Detailhandelsriesen. Man bemerke keinen Rückgang der Nachfrage.
Allerdings bestätigt Coop, dass die Nachfrage nach Spielwaren mit Oster-Bezug zugenommen habe. Dementsprechend habe man das Angebot angepasst.
Zudem biete man auch Produkte ohne Zuckerzusatz an. So auch einen speziellen Osterhasen und spezielle Schoggi-eier.
Nau.ch hat aus diesem Grund auch beim Schokoladen-Giganten «Lindt & Sprüngli» nachgefragt. Gibt es ein Bestreben, den berühmten Goldhasen auch ohne Zuckerzusatz anzubieten?
Lindt-Goldhase ohne Zuckerzusatz? Konzern winkt ab
Dem erteilt der Konzern eine Abfuhr. Man bietet wegen der sich ändernden Konsumentenwünsche zwar Schokoladentafeln ohne Zuckerzusatz an.
Aber: «Bei ikonischen Produkten wie dem Goldhasen steht jedoch nach wie vor der charakteristische Geschmack und die bewährte Rezeptur im Zentrum.»

Zurück zum Zuckerkonsum an Ostern. Kann man für das Fest eine Ausnahme machen? Und wie viel Schoggi ist – vor allem für Kinder – eigentlich genug?
«Schoggihasen enthalten leider einfach nur Zucker»
Mona Werschler erklärt: «Ich finde es als Ernährungsberaterin nie eine gute Idee, viel Zucker zu essen.»
Gerade Kinder bräuchten das einfach nicht. «Hingegen benötigen sie Energie aus komplexen Kohlenhydraten, die auch Nährstoffe enthalten», so Werschler.
Denn: «Reine Zuckereier oder Schoggihasen enthalten leider einfach nur Zucker oder Zucker kombiniert mit Fett. Also keine Nährstoffe, nur schnelle Energie.»
Diese könne unter Umständen gar in Heisshunger, Hunger auf noch mehr Süsses oder sogar in einer Zuckersucht enden, warnt sie.
«Kinder dürfen auch mal mehr Schokolade essen als empfohlen»
«Besonders Kinder, die mehr Geschmacksknospen haben als Erwachsene, bräuchten es gar nicht so süss.» Gewöhne man sie aber daran, könne es dazu führen, dass die Kleinsten immer mehr Zucker verlangen würden.
An Ostern könne man aber auch mal eine Ausnahme machen, erklärt Werschler. Entscheidend sei, dass man danach in den geregelten Alltag zurückkehre.
«Ich bin grundsätzlich gegen Verbote und die Kinder dürfen auch mal mehr Schokolade essen als empfohlen. Solange es sich auf einige Tage beschränkt und nicht jeden Tag so ist.»
«Eine Kinderhand voll Schokolade ist eine gute Menge»
Die Ernährungsberaterin mahnt aber, dass es beim Schoggikonsum auch stark auf das Alter der Kinder ankomme: «Babys sollten keine Schokolade bekommen.»
Zudem ist Werschler der Meinung, dass man einem Kind bis zwei oder drei Jahren lieber gesündere Alternativen anbieten solle. Als Faustregel gelte: «Eine Kinderhand voll Schokolade ist eine gute Menge.»

Aber: «Es darf auch mal eine kleine Ausnahme geben.»
Denn, so Werschler: «Verbote machen das Angebot ja nur interessanter.» Zudem müssten Kinder auch einmal selber merken, wann es für sie genug sei.


















