ETH-Vision: Hälfte der Basler Strassen könnte zur E-Bike-Zone werden

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Basel,

Die ETH schlägt für Basel eine radikale Neuverteilung des Strassenraums vor: Die Hälfte der Verkehrsfläche soll dem Velo- und E-Bike-Verkehr vorbehalten sein.

Basel
Basel könnte zur E-Bike-City werden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Basler Strassen sollen zur E-Bike-Zone werden.
  • Das Projekt «E-Bike-City» will 50 Prozent der Verkehrsfläche umgestalten.
  • Forschende der ETH Zürich präsentieren ihre Vision für Mikromobilität.

Forschende der ETH Zürich schlagen im Rahmen des Projekts «E-Bike-City» einen grundlegenden Umbau des Basler Strassenraums vor.

Kern der Vision ist, künftig 50 Prozent der Verkehrsfläche für Mikromobilität wie Velos, E-Bikes und E-Trottinetts zu reservieren.

Die meisten Strassen würden dabei in eine Fahrspur für Autos und eine Doppelspur für den Veloverkehr aufgeteilt. Darüber berichtet die «Basler Zeitung».

Das Konzept soll dazu beitragen, die Zahl der mit Motorfahrzeugen zurückgelegten Kilometer in Basel bis 2037 deutlich zu senken.

Laut den Forschenden würde dies zu einer Verlagerung der Verkehrsmittel führen.

Verkehrsplaner Lukas Ballo von der ETH Zürich sagt gegenüber der Zeitung: «Auf Einbahnstrassen brauchen die Autos mehr Zeit. Die Wege werden länger, es gibt mehr Stau. Gleichzeitig steigt die Erreichbarkeit des Velos.»

ETH will «aufzeigen, wohin der Weg gehen könnte»

Das Projekt wurde Anfang Mai einem Fachpublikum in Basel vorgestellt. Unterstützung erhält die Vision vom Verband Pro Velo beider Basel.

Die ETH betont, mit dem Projekt keine politische Forderung zu erheben. «Wir sind keine Aktivisten, wir sind neutral. Wir wollen einfach transparent aufzeigen, wohin der Weg gehen könnte», sagt Ballo.

Fährst du E-Bike?

Ob und in welcher Form die Vorschläge politisch aufgegriffen werden, ist offen.

Ähnliche Modellierungen haben die Forschenden der ETH Zürich auch für Zürich oder Aarau erstellt.

Fahrzeiten für Autofahrer verlängern sich

In Zürich könnte der Anteil der Veloinfrastruktur etwa von heute 12,1 Prozent auf 54,3 Prozent gesteigert werden.

Albisriederplatz
So könnte eine Velospur am Albisriederplatz aussehen. (Visualisierung) - Ballo, L. and M. Cardoso, D-BAUG, ETH Zurich / Nightnurse Images

In einem Interview mit der ETH-Hochschulkommunikation sagte Projektleiter und Verkehrswissenschaftler Kay Axhausen im Mai 2025: «Für Autofahrende wäre eine E-Bike-City mit Einschränkungen verbunden, doch sie schafft dafür neue Alternativen und erhöht die Lebensqualität.»

Denn: «Für Autofahrende verlängerten sich durch die Halbierung ihres Raums zwar die Fahrstrecken, doch alle Adressen und privaten Parkplätze blieben erreichbar. Auch für Polizei, Rettungsdienste und Lieferverkehr.»

Kommentare

User #3585 (nicht angemeldet)

Man hat ein Problem mit dem vielen Verkehr und der Wohnungsnot, stimmt doch gegen die Nachhaltigkeit. Manchmal sind die Menschen doch nicht mit Ueberintelligenz versehen.

User #3585 (nicht angemeldet)

"In Zürich könnte der Anteil der Veloinfrastruktur etwa von heute 12,1 Prozent auf 54,3 Prozent gesteigert werden." Nur fahren dann nicht entsprechend so viele mehr mit dem Velo. Das ist doch der Fehler im System.

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