Im Churer Rheintal ist der erste Wolfshybride der Schweiz erlegt worden. Genetische Analysen bestätigen, dass ein Elternteil des Tieres ein Hund war.
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Eine Aufnahme des Tiers aus einer Fotofalle im Rheintal. Genetische Analysen haben bestätigt, dass es sich bei dem Tier um einen Nachkommen einer Wolfs-Hund-Paarung handelt. - sda - Kanton GR

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Rheintal wurde erstmals in der Schweiz ein Wolfshybride erlegt.
  • Das Tier war ein Nachkomme einer Hund-Wolf-Verpaarung und fiel durch sein helles Fell auf.
  • Das Tier kam ursprünglich aus Italien und hielt sich auch lange im Tessin auf.

Genetische Untersuchungen haben bestätigt, dass es sich bei einem im März im Churer Rheintal geschossenen Tier um einen Nachkommen einer Hund-Wolf-Verpaarung handelte.

Die Untersuchungen des Laboratoire de biologie de la conservation in Lausanne sowie des Senckenberg Zentrums für Wildtiergenetik im deutschen Gelnhausen hätten ergeben, dass es sich um ein Tier der zweiten Rückkreuzungsgeneration handelte, teilte das Bündner Amt für Jagd und Fischerei am Montag mit.

Auffällig helles Fell

Das erlegte Tier war vor dem Abschuss durch seine besonders helle Färbung aufgefallen und wanderte mutmasslich über Norditalien und das Tessin in den Kanton Graubünden. Der Wolfsanteil im Erbgut des Hybriden stammt aus der italienisch-alpinen Population. Die genaue Herkunft des Tieres ist jedoch nicht bekannt.

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Hatte mehr Glück: Der Wolfshybride Raik lebt heute in einem Wildpark im deutschen Thüringen. (Archivbild) - Keystone

Ende Dezember 2021 war der Kanton Graubünden über Nachweise eines beigefarbenen Wolf‐Hund‐Hybriden bei Domodossola (IT) informiert worden. Nachdem es im Verlauf des Januars einzelne Nachweise des vermeintlichen Hybriden zuerst in der Nähe von Domodossola und später im Tessin gab, tauchten im März Hinweise auf, dass sich das Tier im Churer Rheintal aufhielt.

Hybriden müssen erlegt werden

Wegen des Artenschutzes sei es wichtig, dass Hybridtiere erlegt werden, damit sie sich nicht reproduzieren können, hatte das Amt für Jagd und Fischerei damals mitgeteilt. Anderenfalls könne dies zu langfristigen negativen Folgen für die Wolfspopulation führen. Nach eidgenössischer Jagdgesetzgebung seien mutmassliche Hybriden in begründeten Verdachtsfällen durch die kantonalen Vollzugsbehörden zu erlegen.

Das im März erlegte Tier ist der erste Nachkomme einer Hund-Wolf-Verpaarung, der in der Schweiz nachgewiesen wurde. Hinweise auf die Präsenz weiterer Hybriden im Kanton gebe es nicht, heisst es in der aktuellen Mitteilung.

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Im Wallis gibt es mehrere Wolfsrudel mit Nachwuchs. Im Bild junge Wölfe im Zoo Zürich. (Symbolbild) - sda - Keystone/WALTER BIERI

Im Wallis war Ende Januar ein vermeintlicher Wolfshybrid erlegt worden. Aufgrund der auffallend dunklen Fellfärbung und der Grösse des Tieres hätten die Fachleute hatten vermutet, dass es sich bei diesem Tier um einen Mischling aus einer Wolf-Hund-Paarung handeln könnte. Genetische Analysen zeigten jedoch, dass es sich bei dem Tier um einen reinen Wolf und nicht um einen Hybriden handelte.

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