Erhebliche Lawinengefahr in der Südschweiz wegen Neuschnee
In der Nacht auf Sonntag hat es insbesondere im Süden der Schweiz stark geschneit. Der Neuschnee am Alpensüdhang führte zu einer grossen Lawinengefahr. Wegen der Sonneneinstrahlung können sich ausserdem feuchte Lawinen lösen.

Südlich des Alpenkamms gab es teilweise mehr als einen Meter Neuschnee, wie dem Wetterportal Meteonews am Sonntagmorgen zu entnehmen war. Auch in den Alpentälern setzte es demnach an, so etwa im Berner Oberland, im Urnerland, Glarnerland und Sarganserland.
Vor allem in der Zentralschweiz war es auch im Flachland teilweise etwas weiss. Langfristig gesehen sei Schnee bis in tiefe Lagen Mitte März keine Seltenheit, hiess es.
Bereits für Montag waren aber wieder mildere Temperaturen prognostiziert. Wegen der Sonneneinstrahlung und steigender Temperaturen im Verlaufe des Tages können sich zahlreiche «nasse Lawinen» lösen, die auch gross werden können.
Nasse Lawinen können entstehen, wenn Wasser in die Schneedecke eindringt. Das kann zu einem Bruch der vorhandenen Schneeschicht führen. Diese Lawinen seien besonders gefährlich, da sie oft schneller und mit höherer Geschwindigkeit auftreten, teilte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF mit.
Der Neuschnee vom Wochenende hatte am Alpensüdhang und am nördlich angrenzenden Alpenkamm zu einer Lawinengefahr der Stufe 4 geführt, Das Risiko wurde bis zum späten Sonntagnachmittag auf die Stufe 3 («erheblich») herabgestuft. Diese gilt auch in den restlichen Alpen weiterhin. Die Lawinengefahr soll bis Mittwoch verbreitet abnehmen.
Wintersportlerinnen und Wintersportler könnten sehr leicht auch grosse Lawinen auslösen, so das SLF. Die Verhältnisse für Skitouren seien daher kritisch. Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke können demnach auf Lawinengefahr hinweisen.
Die Nationalstrasse A9 war auf Höhe des Simplon-Passes für sämtliche Fahrzeuge gesperrt, wie der Touring Club Schweiz auf seiner Webseite schrieb. Gleiches galt für die Strassen ins Saastal. Auch in Graubünden waren zahlreiche Strasse wegen der Lawinengefahr nicht befahrbar.
Heftiger Schneefall in den Tessiner Bergen liess Bäume umstürzen, die wiederum Strassen und den Verkehr blockierten, wie «Ticinonline» am Sonntag berichtete. Gleichzeitig kam es in mehreren Gebieten der Region Sopraceneri – im nördlichen Kantonsteil – zu einem Stromausfall. Dieser führte dazu, dass die Bahnstrecke zwischen Locarno und Domodossola in Italien gesperrt werden musste.






