Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus erinnert daran, dass die Schweizer Bevölkerung gemeinsam gegen rassistische Diskriminierungen vorgehen muss.
Demonstration gegen Rassismus in Bern. (Archivbild)
Demonstration gegen Rassismus in Bern. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EKR unterstützt die öffentliche Debatte über die Bekämpfung von Rassismus.
  • Damit ist nicht genug: Sie wollen Massnahmen fördern, welche diesen Prozess unterstützen.

Die Bekämpfung von Rassismus geht alle etwas an. Daran hat die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR am Montag anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung der Rassendiskriminierung erinnert.

Das wachsende Bewusstsein für die Diskriminierungsproblematik in der Gesellschaft, den Medien und der Politik sei eine gute Nachricht. Dies schrieb die EKR in der Mitteilung.

So habe eine wichtige öffentliche Debatte darüber begonnen, wie die Schweiz mit Rassismus umgehe und wie man ihn bekämpfen könne. Die koloniale Vergangenheit der Schweiz, die Frage der kolonialen Herrschaftssymbole im öffentlichen Raum oder struktureller Ungleichheiten würden diskutiert.

Kampf gegen Rassismus soll kein kurzfristiger Trend sein

Diese legitimen Fragestellungen sollen aus Sicht der EKR eine offene Debatte ermöglichen, um den Rassismus von heute zu bekämpfen. Sie sollen aber nicht dazu dienen, die Geschichte neu zu schreiben. Der Kampf gegen Rassismus solle nicht in einen Sog kurzfristiger Trends geraten. Vielmehr müsse er von sachlicher Grundlagenarbeit ausgehen.

Diese Aufgabe ist gemäss EKR umso wichtiger, als das Problem des Rassismus trotz aller Bemühungen noch lange nicht gelöst ist.

58 Prozent der Schweizer Bevölkerung halten Rassismus für ein wichtiges gesellschaftliches Problem. Dies geht aus der jüngsten vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» von 2020 hervor.

Rassismus zeigt sich im Alltag

Fast ein Drittel der Befragten gab demnach an, Opfer von Gewalt oder Diskriminierung geworden zu sein. Häufig würden diese Misshandlungen am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum passieren. 56 Prozent der Personen gaben an, aufgrund ihrer Nationalität diskriminiert worden zu sein. Weitere 35 Prozent erlebten dasselbe aufgrund ihrer Sprache oder ihres Akzents.

Diese Zahlen zeigen laut EKR, dass sich Rassismus in der Schweiz konkret, alltäglich und deutlich manifestiere. Der Kampf gegen Rassismus müsse gemeinsam und systematisch geführt werden. Entscheidend seien dabei das vertiefte Wissen über die Mechanismen, die zu diskriminierenden Handlungen führen. Ausserdem müssen wirksame Massnahmen eingeleitet werden, welche die Gesellschaft einen, nicht spalten.

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