Einbrüche eskalieren in Sissach BL: Jetzt kommt Bürger-Patrouille
Im Schutz der Dunkelheit: Einbrüche nehmen in der Wintersaison stark zu. Sissach BL ist besonders betroffen. Deshalb geht dort neu eine Bürgerpatrouille umher.
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Das Wichtigste in Kürze
- In der Gemeinde Sissach BL wird in den Wintermonaten regelmässig eingebrochen.
- Um dem entgegenzuwirken, haben Einwohner der Gemeinde eine Bürgerpatrouille gegründet.
- Diese macht Rundgänge, beobachtet die Umgebung und alarmiert, falls nötig, die Polizei.
Die dunklen Wintermonate bieten ideale Bedingungen für Einbrecher und Kriminaltouristen aus dem Ausland.
Seit der Corona-Pandemie, in der die Menschen überwiegend zu Hause waren, steigt die Zahl der Einbrüche in der Schweiz an. Schätzungen für das Jahr 2025 erwarten eine klar höhere Zahl an Einbrüchen als in der Zeit vor der Pandemie.
Besonders in den Grenzregionen wird oft eingebrochen. Viele der Täter kommen aus dem Ausland und fliehen nach dem Einbruch gleich wieder über die Grenze. Auch Sissach BL befindet sich in Grenznähe, weshalb auch dort viele Einbrüche gemeldet werden.
Der Betreiber der Brockenstube Nikodemus, Daniel Löffel, ist aufgebracht: «Das kann es nicht sein, da muss sich etwas ändern.»
Auf die Frage von SRF, wie oft in seinem Geschäft bereits eingebrochen wurde, antwortet er: «Ich weiss es nicht, vielleicht zehnmal.»
Das wollen einige nicht mehr auf sich sitzen lassen.
Um gegen die Einbrecher vorzugehen, gründeten mehrere Einwohner der Gemeinde vor rund drei Monaten eine Bürgerpatrouille.
«Wir machen nur eine Patrouille.»
Lukas Hartmann, der Präsident des neu gegründeten Vereins, war lange in der Sicherheitsbranche tätig.
Seine Gruppe sei keine Bürgerwehr: «Wir machen nur eine Patrouille.» Dabei gehe es vor allem darum, Präsenz zu zeigen. Die Bürgerpatrouille beobachte lediglich und alarmiere die Polizei, falls nötig.

Die Kantonspolizei Baselland unterstützt das Vorhaben der Bürgerpatrouille. «Grundsätzlich sind wir immer froh über Hinweise aus der Bevölkerung. Auch in Bezug auf die Einbruchsbekämpfung», sagt Mediensprecher Adrian Gaugler gegenüber SRF.
«Alles andere ist Sache der Polizei»
Die Spielregeln seien allerdings klar definiert. Die Bürgerpatrouille beschränke sich auf Beobachten und Melden. «Alles andere ist Sache der Polizei», so Gaugler.
Die Kantone Baselland und Basel-Stadt sind in der Deutschschweiz am stärksten von Einbrüchen geplagt.
Im Jahr 2024 gab es rund 7000 Diebstähle aller Art im Kanton Baselland. Schweizweit hat nur Genf eine höhere Anzahl Einbrüche pro 1000 Haushalte vorzuweisen.













