Schweizer Armee

Diese Auslandseinsätze leistet die Schweizer Armee

Keystone-SDA
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Bern,

Wegen der Neutralität der Schweiz nimmt die Armee nicht an Kampfeinsätzen im Ausland teil. Dennoch leistet sie im Rahmen von friedensfördernden und humanitären Missionen seit 1953 einen Beitrag zur internationalen Stabilität. Ein Überblick über laufende Missionen:

Schweizer Armee
Soldaten der Schweizer Armee. - keystone

Aufgrund des Neutralitätsrechts sind die Möglichkeiten für eine Schweizer Teilnahme an Auslandseinsätzen stark eingeschränkt. Die Bundesverfassung verbietet der Schweiz explizit die Teilnahme an Kampfeinsätzen, auch zur Friedenserzwingung, auf Englisch peace enforcement. Die Soldatinnen und Soldaten im Kosovo oder in Korea etwa sind zwar teilweise bewaffnet, diese Waffen dienen jedoch ausschliesslich dem Selbstschutz und der Selbstverteidigung. Eine Teilnahme an den Auslandseinsätzen basiert auf Freiwilligkeit.

Der Fokus der Schweiz liegt daher auf friedensfördernden Missionen, dem sogenannten Peacekeeping, sowie humanitären Missionen im Auftrag der Uno, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie im Rahmen von Partnerschaften, wie derjenigen mit der EU. Organisiert und koordiniert werden diese Einsätze heute durch das Kompetenzzentrum Swissint (Swiss Armed Forces International Command), welches eine Missionsübersicht bietet.

KOREA: Seit 1953 ist die Schweiz im Rahmen der Neutral Nations Supervisory Commission (NNSC) in Korea im Einsatz. Dabei handelt es sich um die älteste Auslandsmission der Schweizer Armee. Nach dem Waffenstillstand im Koreakrieg entsandte der Bundesrat 1953 rund 146 bewaffnete Soldaten an die Demarkationslinie in Panmunjom. Heute überwacht ein kleines Kontingent von permanent fünf Schweizer (und fünf schwedischen) Offizieren die Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens.

KOSOVO: Seit 1999 leistet die Schweizer Armee im Rahmen der Nato-geführten Kosovo Force (KFOR) ihren bislang grössten Einsatz im Ausland. Rund 195 bis 215 Schweizerinnen und Schweizer unterstützen hier die Stabilisierung der Region. Seit 2001 sind die Truppen im Kosovo zum Selbstschutz bewaffnet. Grundsätzlich leistet die Schweiz hier Liaison and Monitoring Teams (LMT), Pionierarbeiten, Sanitätshilfe sowie Aufgaben im Bereich Militärpolizei sowie Transport- und Luftlogistik.

BOSNIEN UND HERZEGOWINA: Seit 2004 unterstützen hier bis zu zwanzig Schweizer Armeeangehörige die EU-geführte Friedensmission Eufor Althea. Sie hat die Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes sowie die Unterstützung der Einhaltung des Dayton-Abkommens in Folge des Bosnien-Kriegs zum Ziel. Auch hilft sie bei der Koordination der Ausbildung der bosnischen Streitkräfte. Die Schweizer Armeeangehörigen dienen hier in sogenannten Liaison and Observation Teams (LOT). Sie leben unbewaffnet direkt in der Bevölkerung, um als «Frühwarnsystem» Stimmungen und potenzielle Spannungen zu erfassen. Für 2027 will der Bundesrat zwölf zusätzliche Armeeangehörige für die EU-Schutztruppe entsenden.

Seit 1990 dienen Schweizer Offiziere zudem unbewaffnet als Militärbeobachter im Rahmen aktiver Uno-Missionen. Aufgaben sind die Überwachung der Waffenstillstandsabkommen, die Durchführung von Patrouillen an Demarkationslinien sowie die Rapportierung von Verletzungen von Uno-Resolutionen. Auch Inspektionen und das Halten von Kontakten zu den militärischen Konfliktparteien vor Ort gehört zum Aufgabengebiet.

Hierzu zählt der Einsatz im Rahmen der Uno-Mission Untso im Nahen Osten. Dabei handelt es sich um den ältesten Beobachtereinsatz mit Schweizer Beteiligung, der 1990 begann. Einsatzgebiete sind Israel, Libanon, Syrien/Golanhöhen, Ägypten und Jordanien.

Weitere Einsätze sind derjenige in der Westsahara (Minurso) seit 2014 zur Überwachung des Waffenstillstands zwischen Marokko und der Befreiungsfront Polisario sowie derjenige im Rahmen der Mission Unmogip an der Grenze zwischen Indien und Pakistan zur Beobachtung von Waffenstillstandsverletzungen im Kaschmir-Konflikt seit 2012.

Hinzu kommen Schweizer Stabsoffiziere, die im Hauptquartier von Uno-Missionen hauptsächlich im Bereich Lageanalyse und -beurteilung in den militärischen Führungsstäben sowie als Verbindungsoffiziere arbeiten. Dazu zählen die Uno-Missionen im Südsudan (Unmis) seit 2005 sowie in der Demokratischen Republik Kongo (Monus/Monusco) seit dem Jahr 2000.

Schweizer Spezialisten unterstützen zudem weltweit die Programme des United Nations Mine Action Service (UNMAS) bei der Entminung ehemaliger Kriegsgebiete. Dazu zählen Einsätze im Sudan, im Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Westsahara. Auch leistet die Schweiz personelle und finanzielle Hilfe beim Aufbau von Trainingszentren für Friedensförderung in Kenia und Ghana.

Kommentare

User #2954 (nicht angemeldet)

Friedensförderung ist ein anderes wort für Krieg. Oder ist das dann Ansichtsache?

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