Die Schweiz rüstet sich für den digitalen Umbruch
Quantencomputer sind auf dem Sprung – und sie könnten die digitale Welt, wie wir sie kennen, grundlegend verändern. Die Schweiz wappnet sich deshalb frühzeitig.

Das Wichtigste in Kürze
- Quantencomputer gelten als die nächste grosse technologische Revolution.
- Bundesrat Cassis warnt: Die Kontrolle ist entscheidend für die globale Sicherheit.
- Die Schweiz will sich frühzeitig wappnen, um die Risiken zu begrenzen.
Quantencomputer gelten als nächste grosse technologische Revolution: Mit enormem Potenzial, aber auch gewaltigen Risiken.
Sie könnten schon bald bestehende Verschlüsselungssysteme knacken und damit Stromnetze, Zahlungsverkehr und militärische Kommunikation angreifbar machen.
Quantencomputer wären deutlich leistungsfähiger als heutige Rechner. «Sie sind um vieles schneller und stärker», sagt Enrica Porcari gegenüber SRF. Sie ist Informatikchefin am Genfer Forschungszentrum CERN.
Porcari leitet am Cern das Open Quantum Institute. Sie erklärt: «Aber noch sind Quantencomputer instabil und teuer im Betrieb.» Doch das könnte in fünf bis zehn Jahren ganz anders aussehen.
Cassis sieht enormes Risikopotenzial
Die Sorge wächst: «Wer als Erster über leistungsfähige Quantencomputer verfügt, hätte enorme Vorteile.» Davor warnt Thomas Greminger, Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik, gegenüber SRF. Gleichzeitig würden alle anderen verwundbarer.
Auch Bundesrat Ignazio Cassis schlägt Alarm: «Wer die Technologie kontrolliert, hat gewonnen. Das unterschätzen wir heute.»
Die Schweiz versucht deshalb frühzeitig zu reagieren: Wissenschaft, Politik und Diplomatie sollen enger vernetzt werden. Etwa über internationale Konferenzen wie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Genf.
Risiken eindämmen
Das Ziel: Die Risiken der Technologie sollen begrenzt werden. Gleichzeitig soll nicht nur eine kleine Gruppe von Grossmächten Zugang zu Quantencomputern haben.
Cassis betont: «Wissenschaft und Diplomatie zusammenzubringen, gibt uns die Möglichkeit, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.»
Als warnendes Beispiel gilt die künstliche Intelligenz. Noch vor wenigen Jahren galt sie als Zukunftsmusik. Heute ist sie allgegenwärtig.
Das Problem: Staaten wie die USA und China investieren Milliarden. Und Tech-Konzerne wie IBM, Google oder Microsoft sind längst zentrale Treiber der Entwicklung.
Regulierung schwierig
Eine globale Regulierung ist schwierig: «Diese Grossmächte sind nicht wirklich daran interessiert, reguliert zu werden», sagt Greminger zu SRF.
Greminger fordert deshalb: Auch sie müssten mit am Verhandlungstisch sitzen.
Die Politik weiss um ihren Rückstand. Cassis sagt: «Die Politik hinkt bei neuen Technologien immer hinterher.» Wer sich aber früh mit den Entwicklungen befasse, könne den Rückstand zumindest verkleinern.











