Obwalden kann letzten Teil des Hochwasserschutzes planen
Um den Hochwasserschutz an der Sarneraa abzuschliessen, soll die Abflusskapazität im untersten Abschnitt des Flusses erhöht werden. Der Kantonsrat hat für das Wasserbauprojekt einen Planungskredit von 1,55 Millionen Franken genehmigt.

Mit der Planung und Ausführung des Projekts dürfe «nicht weiter zugewartet werden», begründete der Regierungsrat den Kreditantrag. Nach dem Abschluss des Wasserbauprojekts am oberen Abschnitt der Sarneraa erhöhe sich die Hochwassergefahr im unteren Abschnitt.
Der Regierungsrat geht davon aus, dass die Sarneraa im unteren Abschnitt alle zwei bis fünf Jahre über die Ufer treten könnte. Dabei könnten Räumungskosten, Ernteausfälle und Schäden an bestehenden Bauten verursacht werden. Mit dem geplanten Projekt soll es nur noch alle 30 Jahre zu Überschwemmungen kommen.
Die Hochwasserschutzmassnahmen sollen auf dem 1,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Wasserrückgabe Kraftwerk Sarneraa und der Mündung in den Alpnachersee realisiert werden. Es soll nicht nur mehr Wasser abfliessen können, sondern der Flusslauf soll auch naturnaher gestaltet werden.
Das Vorhaben gilt denn auch formell als Revitalisierungsprojekt, da «keine unmittelbaren Risiken für Personen oder genügend grosse Sachwerte» bestehen, welche für ein Hochwasserschutzprojekt nötig wären, wie der Regierungsrat feststellte.
Vor allem von Seiten der Landwirtschaft wurde das geplante Vorhaben deswegen kritisiert. Vier Ratsmitglieder forderten in einem überparteilichen Antrag, dass nur ein minimales Wasserbauprojekt, das aber vom Bund noch mitfinanziert wird, realisiert werde.
Petra Rohrer (Mitte/GLP) begründete den Antrag damit, dass haushälterisch mit dem Kulturland umgegangen werden solle. Peter Abächerli (SVP) sagte, das Vorhaben schütze kaum Gebäude, dennoch würde die Landwirtschaft mehrere Hektaren verlieren.
Baudirektor Josef Hess (parteilos) sagte: «Es gibt noch anderes, das Land frisst, nicht nur der Hess mit seinem Hochwasserschutz.» Regula Gerig (CSP) erklärte, das System Hochwasserschutz Sarneraa funktioniere nur, wenn auch der letzte Abschnitt realisiert werde.
Darauf hingewiesen wurde auch, dass ein abgespecktes Projekt weniger Bundessubventionen auslöse und deswegen für den Kanton teurer werde. Dies könne sich Obwalden nicht leisten, sagte Reto Wallimann (FDP).
Baudirektor Hess gab zu bedenken, dass die Kosten für das Vorhaben kaum signifikant gesenkt werden könnten. Zu den Investitionen in die Revitalisierung sagte er, dass auch die Natur ihren Wert habe.
Das Parlament lehnte den Antrag der Landwirtschaft mit 25 zu 21 Stimmen ab. Es hiess dann den Planungskredit mit 33 zu 15 Stimmen gut.






