Die Erdplatten bewegten sich früher als bisher gedacht
Forschende haben die bislang älteste bekannte Bewegung von Erdplatten nachgewiesen.

Vor rund 3,5 Milliarden Jahren gab es schon eine Art Plattentektonik, wie das Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung im Fachblatt «Science» berichtet.
«Heute ist die Erde eine Welt der Plattentektonik », schrieben die Forscherinnen und Forscher in der am Donnerstag erschienenen Studie. Beteiligt an der Studie war auch ein Forscher der ETH Zürich. Diese Bewegungen beeinflussen nicht nur die Erdoberfläche, das Wachstum und die Zerstörung der Kruste sowie den Zyklus der Superkontinente, sondern auch die Temperatur, den inneren Wärmehaushalt und die chemischen Kreisläufe, die das Leben auf der Erde ermöglichen.
Trotz dieser «enormen Bedeutung» der Plattentektonik für fast alle Aspekte des Erdsystems sei die Frage, wann die Plattentektonik begann, in der Wissenschaft umstritten, so die Forschenden.
Vor 3,5 Milliarden Jahren, im Erdzeitalter des Archaikums, war die Erde ein junger, heisser Planet, der sich gerade abkühlte. Es existierten erste Urozeane, in denen sich das Leben in Form einfacher Zellen entwickelte. Aus dieser Zeit stammen Vulkangesteine, die in der australischen Region Pilbara und im südafrikanischen Barberton Greenstone Blet zu finden sind.
Durch die Analyse dieser Gesteine konnten die Forschenden nun nachweisen, dass sich gewisse Erdplatten schon im Archaikum bewegten. Die Daten zeigten, dass sich die Gesteine in Westaustralien vor rund 3,48 Milliarden Jahren mit einer Geschwindigkeit von mindestens 12 Zentimetern pro Jahr in Richtung des Pols bewegten. Zur gleichen Zeit blieb der Barberton-Grünsteingürtel in Südafrika an seiner Position nahe dem Äquator stehen.
Ältester Nachweis
Diese unterschiedliche Bewegung ist laut den Autoren der älteste direkte Nachweis dafür, dass die feste äussere Hülle der Erde bereits damals in mobile Platten unterteilt war. Bisherige Nachweise für eine solche differentielle Bewegung stammten aus einer deutlich späteren Zeit vor rund 2,7 bis 2,5 Milliarden Jahren.
Die schnelle Drift der australischen Platte dauerte einige Millionen Jahre an, bevor sie sich abrupt verlangsamte und für mindestens 25 Millionen Jahre zum Stillstand kam.
Laut den Forschenden ist ein Verständnis solcher Prozesse vor 3,5 Milliarden Jahren wichtig, um die Bedingungen auf der Erde besser zu verstehen, die für die Entstehung des Lebens förderlich waren.






