Deutschland: Tausende Schüler protestieren gegen neuen Wehrdienst

Keystone-SDA
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Bern,

Aus Protest gegen den neuen Wehrdienst sind heute in zahlreichen deutschen Städten Tausende Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gegangen. Die Demonstrationen standen unter dem Motto «Schulstreik gegen Wehrpflicht». Seit Januar gilt ein neues Wehrdienstgesetz.

Proteste Wehrdienst
Aus Protest gegen den neuen Wehrdienst sind heute in zahlreichen deutschen Städten Tausende Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gegangen. - keystone

In der Hauptstadt Berlin zählte die Polizei rund 3.000 Teilnehmer. Die Veranstalter sprachen von 6.000 Demonstranten in Berlin und 50.000 in ganz Deutschland.

Auf Transparenten und Plakaten im Berliner Demonstrationszug stand etwa: «Sterben steht nicht auf dem Stundenplan», «Friedrich Merz an die Front» und «Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm». In Sprechchören riefen die Jugendlichen: «Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht» und «Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft».

Auch in vielen weiteren Städten gab es Demonstrationen. In München gingen laut Polizei rund 600 junge Leute auf die Strasse. Im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen waren grössere Kundgebungen unter anderem in Bonn und Düsseldorf geplant. In Hamburg wollten Schüler und Schülerinnen am späten Nachmittag demonstrieren.

Hintergrund ist das Gesetz für den neuen Wehrdienst, das seit dem 1. Januar gilt. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Sollte es dem Militär mit Hilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die Regierung von Kanzler Friedrich Merz die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

Die Bundesschülerkonferenz machte deutlich, dass sich viele Jugendliche bei dem Thema übergangen fühlten. Die Entscheidung sei «von oben» von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen, kritisierte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff, im ZDF-«Morgenmagazin».

Kommentare

User #1896 (nicht angemeldet)

Jeder Staat der Wehrpflicht einführt, müsste konsequenterweise auch gleichzeitig die Sterbehilfe für Alle ab 18 Jahren legalisieren anstatt diese nur den Sterbenskranken zu gewähren. Wenn der Staat per Wehrplicht im Extremfall über meinen Körper verfügen will, soll er mir dieses Recht auch zugestehen.

_b

... und dabei geht es mit grosser wahrscheinlichkeit in den wenigsten faellen um die botschaft des friedens, sondern viel mehr um die egozentrische bequemlichkeit ... schoene naechste generation...

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