Der Schweizer Grill-König kommt aus Frauenfeld!

Nico Wrzeszcz
Nico Wrzeszcz

Frauenfeld,

Es fing an mit einer Zufallsteilnahme an einer Vorausscheidung zur BBQ Single Masters im Vorjahr. Nun darf sich Christoph Komarnicki Grill-Champion nennen.

Der Frauenfelder Christoph Komarnicki (m.) freut sich bei der Siegerehrung über den Sieg und 5000 Franken Preisgeld
Der Frauenfelder Christoph Komarnicki (m.) freut sich bei der Siegerehrung über den Sieg und 5000 Franken Preisgeld - zVg

Vor einem Jahr besuchte Christoph Komarnicki, Chefkoch und Inhaber vom «Gasthof zum goldenen Kreuz» in Frauenfeld, zusammen mit seiner Familie die OFFA in St. Gallen.

Dort fand eine Vorausscheidung zur BBQ Single Masters statt, einem Grillwettkampf. «Meine Tochter hat zu mir gesagt, ich solle mitmachen. Das habe ich dann auch gemacht und am Ende wurde ich tatsächlich Zweiter», erzählt Komarnicki.

In diesem Jahr sei dann der Anreiz gross gewesen, den Titel zu gewinnen, weshalb er sich dazu entschieden habe, in diesem Jahr erneut teilzunehmen.

Kurz vor der Abreise

Komarnicki qualifizierte sich über die Vorausscheidung für den Finaltag vom 22. August. Am Halbfinal wurde in mehreren Gruppen gegrillt, nur der jeweilige Gruppensieger war automatisch für das Final gesetzt.

«In meiner starken Gruppe wurde ich Dritter. Ich war mir eigentlich sicher, dass dies nicht reichen würde und wollte schon abreisen.» Was er am Ende aber nicht tat, zu seinem Glück.

Komarnicki
Christoph Komarnicki wurde an den Bell BBQ Single Masters in Villmergen Grill-Champion. Hier bereitet er das Finalgericht zu. - zVg

Als Zehnter und Letzter sei er ins Final eingezogen, denn neben den sechs Gruppensiegern haben sich auch die vier Punktbesten qualifziert. Zu denen gehörte Komarnicki, trotz einer starken Halbfinalgruppe. Und so durfte er im Final sein Können als Koch zeigen.

Rund eine Stunde Zeit

Für das reine Grillen gab es im Final 30 Minuten Zeit. «Die Challenge beginnt schon früher. Denn nur fünf Minuten bevor es richtig losgeht, erfährt man, welche Zutaten verwendet werden dürfen.»

Mit anderen Worten: die Teilnehmenden haben fünf Minuten Zeit, sich zu überlegen, was sie aus den geforderten Zutaten zaubern. «Dann haben wir 25 Minuten Zeit, alles vorzubereiten, also das Gemüse schneiden und was sonst dazu gehört.»

Anschliessend gibt es weitere 25 Minuten zum Grillen. Im Final gab es aufgrund der Dicke des Fleisches jedoch 30 Minuten Zeit. Das Finalgericht hatte es aber in sich: Côte de Boeuf mit Markbein-Variation, bunte Rüebli und Kartoffeln sowie eine warme oder kalte Sauce.

Eine Stunde Zeit für ein recht anspruchsvolles Gericht, allen voran durch die Markbein-Variation. «Markbein zuzubereiten ist eher weniger verbreitet beim Grillen. Als Koch hatte ich da dem klassischen Griller gegenüber sicher einen Vorteil», so Komarnicki.

Am Ende bewertete die sechsköpfige Jury der Swiss Barbecue Association die Gerichte aller Teilnehmenden. Dabei werden fünf Kriterien beachtet: das Aussehen des Gesamtgerichts, der Biss und die Garstufe des Hauptbestandteils, der Geschmack des Gerichts, der Geschmack und die Garstufe der Beilagen sowie die Sauce, für es eine separate Wertung gibt.

«Die Kriterien werden unterschiedlich stark gewichtet. Pro Kriterium kann man maximal 26 Punkte erhalten. Diese werden dann mit einem entsprechenden Faktor verrechnet woraus sich die Gesamtpunktzahl ergibt.»

Teilnehmen an der Bell BBQ Single Masters könne jeder, von der Hausfrau bis zum Ingenieur. «Die meisten Hobbygriller, die an den Vorausscheidungen teilnehmen, bereiten sich das ganze Jahr über vor. Doch am Ende weiss man dennoch nicht, was man auf den Grill legen muss», betont der Koch.

Würdest du gerne einmal an einem Grillwettkampf teilnehmen?

Er empfiehlt jedoch eine gewisse Erfahrung beim Umgang mit einem Grill. «Es hilft sicherlich, wenn man schon das ein oder andere Mal mit einem Gasgrill gearbeitet hat. Man sollte sich auch ein wenig auskennen, welches Fleisch bei welcher Kerntemperatur perfekt ist.»

Am liebsten legt Komarnicki Fleisch in den Smoker, Fisch auf einem Grill sei etwas heikel. Man laufe immer Gefahr, dass der Fisch bricht oder am Rost kleben bleibt.

5000 Franken Preisgeld

Am Ende hatte Christoph Komarnicki mit einer Punktzahl von 111,70 die Nase vorn, er wurde Grillchampion gefolgt von Daniel Weiermann aus Wyssachen BE mit 104,86 Punkten. Auch die Thomy Saucen Trophy ging mit einem Pflaumen-Feigen-Chutney und dem Punktemaximum an den Frauenfelder.

Für den Sieg erhielt er ein Preisgeld in Höhe von 5000 Franken. «Das Preisgeld ist ein Zustupf für unsere nächsten Skiferien in meiner Heimat Salzburg», so der gebürtige Österreicher.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «Frauenfelder Nachrichten» erschienen.

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