Nach der durch die Corona-Krise arg beeinträchtigten Saison nimmt das Theater Basel einen zweiten Anlauf in die neue Ära unter der Intendanz von Benedikt von Peter. Neben Opernklassikern stehen viele Uraufführungen und Romanadaptionen auf dem Spielplan von 2021/2022.
Die künstlerische Leitung des Theater Basel mit Intendant Benedikt von Peter (stehend), Ballettdirektor Richard Wherlock (links) und der Schauspielleitung mit Anja Dirks, Inga Schonlau, Jörg Pohl sowie Antú Romero Nunes.
Die künstlerische Leitung des Theater Basel mit Intendant Benedikt von Peter (stehend), Ballettdirektor Richard Wherlock (links) und der Schauspielleitung mit Anja Dirks, Inga Schonlau, Jörg Pohl sowie Antú Romero Nunes. - sda - Keystone/Dominique Spirgi

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Rückblick auf die auslaufende, erste Theatersaison in Basel sprach Intendant Benedikt von Peter an der Präsentation des Spielplans 2021/2022 am Dienstag von der «seltsamsten Spielzeit» der Theatergeschichte.

Man habe viel produziert, die Stücke aber nicht oder nur vor einem gezwungenermassen arg eingeschränkten Publikum zeigen können.

«Theater ohne Publikum ist eigentlich keines», sagte von Peter. Und es hat happige Einnahmenausfälle von 10,5 Millionen Franken zur Folge. Dennoch rechnet das Theater mit einem voraussichtlich ausgeglichenen Finanzergebnis. Dank Kurzarbeitsentschädigungen von 4,6 Millionen, Rückstellungen von 1,2 Millionen und Einsparungen von 4,7 Millionen Franken werde das Theater auf kantonale Ausfallentschädigungen verzichten können.

Die Einsparungen gehen in erster Linie auf gestrichene Produktionen zurück. Diese tauchen nun neben einem Reigen von Wiederaufnahmen nur wenig gespielter Produktionen der auslaufenden Saison bereits ab 20. August im neuen Spielplan wieder auf. Dazu gehören Opern- und Schauspielklassiker wie Verdis «La traviata» als Einpersonen-Oper und Dürrenmatts «Die Physiker» als eine Art Reenactment der Uraufführung von 1962.

Verdi taucht auf dem Spielplan mit «Don Carlos» noch ein zweites Mal auf. In die Klassiker-Kiste wurde auch mit Rossinis «Der Barbier von Sevilla» gegriffen. Beim Schauspiel sind Dramen-Klassiker aber dünn gesät - zumindest, wenn man von Adaptionen klassischer Romane wie «Ulysses» von James Joyce oder «Der Spieler» von Fjodor M. Dostojewsij absieht.

Dafür gibt es einige Uraufführungen von hauseigenen Entwicklungen mit so seltsamen wie vieldeutigen Titeln wie «Was geschah mit Daisy Duck», «Ich bin gekommen, um zu sagen, dass ich gehe» oder «Der letzte Pfiff - ein Drehschwindel».

Letzteres klingt nicht nur nach Christoph Marthaler, es ist auch eine Produktion des Theaterstars, der seine steile Karriere an institutionellen Bühnen vor über 20 Jahren am Theater Basel begonnen hatte. Marthaler will sich mit diesem Projekt dem Krimi-Genre annähern.

Zu den weiteren bekannten Regiepersönlichkeiten zählen Herbert Fritsch, Christof Loy und Tom Lutz, mit denen das Theater Basel längerfristige Zusammenarbeiten vereinbart habe, wie von Peter sagte. Hinzuzählen kann man auch Antú Romero Nunes. Das junge Leitungsmitglied des Basler Schauspiels hat sich zuvor in Hamburg und nun in Basel in die obere Regisseuren-Liga hinauf inszeniert.

Auf grosse Namen setzt auch die Besetzung der Opernpartien. Die Schweizer Starsopranistin Regula Mühlemann soll als Pamina in der Wiederaufnahme von Mozarts «Zauberflöte» für ein volles Haus sorgen. Und Anne-Sophie von Otter, die ihre Weltkarriere vor vielen Jahren in Basel begonnen hat, wird auf der Grossen Bühne in einer szenischen Bearbeitung von Schuberts «Eine Winterreise» zu erleben sein.

Und schliesslich wird Ballettdirektor Richard Wherlock mit einem prallen Programm an Wiederaufnahmen und Uraufführungen die Feierlichkeiten seines 20-Jahr-Jubiläums am Theater Basel von der durch Corona reduzierten Spielzeit in die kommende Saison ausdehnen können.

Mehr zum Thema:

Franken Coronavirus Krimi Liga Theater