Das Medienhaus Tamedia streicht 34 Vollzeitstellen
Im Rahmen ihrer laufenden Transformation plant Tamedia den Abbau von 34 Vollzeitstellen. Insgesamt sind 41 Mitarbeitende betroffen.

Das Wichtigste in Kürze
- Tamedia baut im Rahmen ihrer laufenden Transformation 34 Vollzeitstellen ab.
- Die betroffenen Mitarbeitenden sollen bis Ende Oktober 2026 in persönlichen Gesprächen informiert werden.
- Von den 41 betroffenen Personen arbeiten 28 in der Deutschschweiz.
Das Medienhaus Tamedia plant einen Stellenabbau. Insgesamt sollen 34 Vollzeitstellen wegfallen. Betroffen sind laut einer Mitteilung des Unternehmens von Montagnachmittag insgesamt 41 Mitarbeitende.
Davon arbeiten 30 in der Publizistik und vier im sogenannten Print-Desk. Die Stellen betreffen Redaktionen in Zürich, Bern, Basel sowie Lausanne und Genf.
Tamedia hatte im Jahr 2024 zugesichert, bis Ende September 2026 keine Journalistinnen und Journalisten zu entlassen. Nun erfolgte die Ankündigung der nächsten Abbauwelle in der zweiten Oktoberwoche.
Tamedia begründet den Schritt mit einer grundlegenden Veränderung des Medienmarkts. Der Werbemarkt schrumpfe und Werbegelder fliessen laut Tamedia zunehmend zu globalen Plattformen wie Google oder Meta ab.
Tamedia setzt auf Automatisierung und künstliche Intelligenz
Gleichzeitig richtet das Unternehmen seine Redaktionen neu aus. Aufgaben sollen gebündelt, Verwaltungsarbeit reduziert und Prozesse automatisiert werden. Zudem will Tamedia künstliche Intelligenz und Datenanalyse, zusammengefasst unter dem Begriff AI & Data, gezielter einsetzen.
Das Unternehmen beschreibt diesen Schritt als Teil einer laufenden Transformation. In den vergangenen Jahren habe man in digitale Prozesse und neue Technologien investiert. Nun sollen Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie für zahlende Lesende den grössten Nutzen bringen.
Tamedia-CEO Jessica Peppel-Schulz äusserte sich persönlich zu den Entlassungen. «Dass wir Stellen abbauen müssen, ist für mich persönlich und für die ganze Geschäftsleitung eine schwierige Konsequenz dieser notwendigen Veränderungen aufgrund der neuen Marktrealität», sagte sie.
CEO Peppel-Schulz verspricht respektvollen Umgang mit Betroffenen
Weiter erklärte die Tamedia-Chefin: «Hinter jeder Stelle stehen Menschen, die Tamedia mit ihrem Engagement geprägt haben.» Man werde den Prozess sozial und respektvoll gestalten. Gleichzeitig müsse die Organisation wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Von den 41 betroffenen Personen arbeiten 28 in der Deutschschweiz. Neun Mitarbeitende sind in der Westschweiz tätig. Vier gehören dem Print-Desk an.
Die betroffenen Mitarbeitenden sollen bis Ende Oktober 2026 in persönlichen Gesprächen informiert werden. Dies gilt vorbehaltlich der Ergebnisse des Konsultationsverfahrens in der Westschweiz.
Ein Konsultationsverfahren bedeutet, dass Arbeitnehmervertretungen zuerst angehört werden müssen, bevor Entscheide endgültig umgesetzt werden.
Ein Sozialplan soll Betroffene beim Übergang unterstützen
Für die betroffenen Personen gilt ein Sozialplan. Dieser umfasst begleitende Massnahmen wie Weiterbildungsangebote oder die Möglichkeit einer Frühpensionierung. Personalvertretungen und Sozialpartner seien vorgängig informiert und in den Prozess einbezogen worden, heisst es weiter.
Wo immer möglich, sucht Tamedia nach internen Anschlussmöglichkeiten für die betroffenen Mitarbeitenden. Das Unternehmen betont, weiterhin in Qualitätsjournalismus, starke Medienmarken und digitale Produkte investieren zu wollen.
Tamedia gilt als grösster privater Medienkonzern der Schweiz. Zum Unternehmen gehören Titel wie der «Tages-Anzeiger», «20 Minuten» und «Le Matin».















