Tamedia kündigt Mitarbeitern nur fünf Stunden nach Protest
Die Tamedia-Angestellten protestierten am Dienstag gegen geplante Entlassungen. Nur Stunden danach gab es erste Aufgebote für Entlassungsgespräche.

Das Wichtigste in Kürze
- Tamedia baut 34 weitere Vollzeitstellen ab, 41 Menschen verlieren ihre Jobs.
- Dagegen protestierte die Belegschaft am Dienstag.
- Doch: Nur Stunden nach dem Protest wurden erste Mitarbeitende zu Entlassungsgesprächen aufgeboten.
Der Protest der Angestellten vom Dienstag ändert offenbar nichts an den Abbauplänen von Tamedia.
Schon wenige Stunden nach der Protestaktion vor dem Verlagsgebäude gingen erste Aufgebote zu Entlassungsgesprächen ein. Gegenüber der Leserschaft verteidigte die Geschäftsleitung ihr Vorgehen.
Rund 400 Personen inklusive dem Zürcher Stadtpräsidenten Raphael Golta (SP) protestierten am Dienstagmittag gegen den angekündigten Abbau bei Tamedia.
Erste Aufgebote für Entlassungsgespräche nur Stunden nach Protest
Nur fünf Stunden später seien die ersten Personen zu Entlassungsgesprächen aufgeboten worden, teilten die Tamedia-Redaktionen am Mittwoch Keystone-SDA mit.
Das Personal zeigt sich derweil entrüstet, dass die Geschäftsleitung den breiten und von verschiedenen Seiten unterstützten Protest nicht respektiert.
«Wir fordern die Geschäftsleitung auf, die Gespräche sofort auszusetzen», schreiben die Redaktionen.
Auch Politprominenz vor Ort
Am Dienstag hatten sich die rund 400 Personen vor dem Sitz des Verlagshauses in Zürich eingefunden.
Neben dem Personal und Gewerkschaftern war auch Politikprominenz wie Cédric Wermuth und Jacqueline Badran (beide SP) vor Ort.
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Letztere forderte gegenüber Nau.ch gar, es brauche nun einen «kollektiven Streik von Journalisten. Und zeigte sich entsetzt darüber, dass Tamedia Stellen abbaue.
«Tamedia muss Stellen abbauen»
Die Geschäftsleitung wandte sich noch am Dienstag an die Leserschaft. Im Schreiben, das auf der Website des «Tages-Anzeiger» veröffentlicht wurde, hiess es unmissverständlich: «Tamedia muss Stellen abbauen».

Die Geschäftsleitung verwies auf den tiefgreifenden Wandel im Schweizer Medienmarkt: «Die wirtschaftlichen Grundlagen des Journalismus geraten unter Druck».
Einnahmen und heutige Organisation von Tamedia passten nicht mehr zusammen. «Die nun angekündigten Massnahmen sind schmerzhaft, aber sie sind betriebswirtschaftlich notwendig.»
41 Mitarbeitende werden entlassen
Tamedia hatte vor rund zwei Wochen den Abbau von 34 Vollzeitstellen in den News-Redaktionen der Deutsch- und Westschweiz angekündigt.
41 Mitarbeitende verlieren ihre Stelle.
Das Personal verlangte von der Unternehmensführung unter anderem die Berücksichtigung freiwilliger Abgänge sowie Investitionen in menschengemachten Journalismus.
















