Dank Zuger Spenden: 800 Augen-Operationen in Armutsregionen
Dank der Spendenbereitschaft der Zugerinnen und Zuger konnten 832 Menschen am Grauen Star operiert werden. Für viele bedeutet das die Rückkehr des Augenlichts.

Die Bevölkerung des Kantons Zug hat im vergangenen Jahr ein starkes Zeichen der Solidarität gesetzt. Insgesamt spendeten Zugerinnen und Zuger 75'839 Franken an die CBM Christoffel Blindenmission.
Mehr als die Hälfte dieser Summe – genau 41'575 Franken – floss in Projekte zur Bekämpfung vermeidbarer Blindheit.
Mit diesem Betrag konnten 832 Operationen am Grauen Star finanziert werden, Eingriffe, die für viele Menschen in Armutsregionen den Unterschied zwischen einem Leben in Dunkelheit und einem Leben mit neuer Selbstständigkeit bedeuten.
Eine der häufigsten Ursachen für Blindheit
Der Graue Star zählt weltweit nach wie vor zu den häufigsten Ursachen für Blindheit – obwohl die Krankheit medizinisch gut behandelbar ist. Schätzungsweise 17 Millionen der rund 43 Millionen blinden Menschen weltweit haben ihr Augenlicht aufgrund einer eingetrübten Augenlinse verloren.
Während eine Operation in wohlhabenden Ländern als Routineeingriff gilt, bleibt sie für viele Menschen in ärmeren Regionen unerreichbar. Beim Grauen Star trübt sich die natürliche Linse des Auges zunehmend ein.

Anfangs verschwimmt lediglich das Sehen, Farben verlieren an Leuchtkraft und Kontraste werden schwächer. Ohne Behandlung verschlechtert sich die Sehkraft jedoch kontinuierlich, bis viele Betroffene vollständig erblinden.
Besonders häufig tritt die Erkrankung im höheren Alter auf. In Armutsregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind jedoch auch Kinder betroffen. Ursachen können unter anderem Mangelernährung oder erbliche Veranlagungen sein.
Hilfe ist einfach möglich
Dabei wäre Hilfe vergleichsweise einfach möglich. In den von der CBM unterstützten Projektländern kostet eine Operation am Grauen Star durchschnittlich lediglich 50 Franken.
Für Familien, die oft von wenigen Franken pro Tag leben müssen, ist selbst dieser Betrag jedoch unerschwinglich. Hinzu kommt, dass in vielen ländlichen Gebieten qualifizierte Augenchirurginnen und Augenchirurgen fehlen.
Lange Anfahrtswege, mangelnde Infrastruktur und fehlende Informationen erschweren den Zugang zur medizinischen Versorgung zusätzlich. Die Folgen reichen weit über die gesundheitlichen Einschränkungen hinaus.
Wer sein Augenlicht verliert, verliert häufig auch seine wirtschaftliche Existenz. Erwachsene können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, Kinder müssen die Schule verlassen und Angehörige übernehmen die Betreuung der erblindeten Familienmitglieder.
Blindheit führt dadurch oft zu einem Kreislauf aus Armut und sozialer Isolation.
Kleine Spenden, grosse Wirkung
Gerade deshalb entfalten selbst vergleichsweise kleine Spenden eine enorme Wirkung. Die Unterstützung aus Zug ermöglicht Menschen nicht nur eine medizinische Behandlung, sondern eröffnet ihnen oft den Weg zurück in ein eigenständiges Leben.
Nach einer erfolgreichen Operation können viele wieder arbeiten, ihre Kinder versorgen oder eine Schule besuchen. Die Auswirkungen reichen damit weit über den eigentlichen Eingriff hinaus.
Wie tiefgreifend eine solche Hilfe sein kann, zeigt die Geschichte von Goma Bista und ihren beiden Söhnen Chanas und Buddha.
Die Familie lebt in Nepal. Beide Jungen verloren bereits in jungen Jahren ihr Augenlicht. Als auch ihre Mutter zunehmend schlechter sah, wuchs ihre Sorge um die Zukunft ihrer Kinder.

«Was soll aus meinen Kindern werden? Sie sind rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen», erinnert sich Goma Bista an diese schwierige Zeit. Lange wusste die Familie nicht, dass ihre Sehbehinderung behandelbar war.
Erst durch einen Hinweis aus ihrem Umfeld erfuhren sie von einer von der CBM unterstützten Augenklinik in Biratnagar. Gemeinsam mit ihren beiden Söhnen machte sich Goma Bista auf den Weg in die Klinik.
Dort stellten die Ärztinnen und Ärzte bei allen drei Familienmitgliedern einen beidseitigen Grauen Star fest. Innerhalb kurzer Zeit wurden zunächst die ersten Augen operiert, wenige Wochen später folgten die Eingriffe am jeweils zweiten Auge.
Ein Wendepunkt für die Familie
Für die Familie bedeutete dies einen Wendepunkt. Nach den erfolgreichen Operationen konnten Mutter und Söhne wieder sehen.
«Dieser Moment bedeutet mir alles», sagte Goma Bista nach dem Eingriff sichtlich bewegt. Mit dem zurückgewonnenen Augenlicht kehrte für die Familie auch neue Hoffnung zurück – auf Bildung, Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben.
Solche Erfolgsgeschichten stehen exemplarisch für die weltweite Arbeit der CBM Christoffel Blindenmission. Dank Spendengeldern der internationalen CBM-Föderation konnten im vergangenen Jahr rund 91'200 Operationen am Grauen Star durchgeführt werden.
Insgesamt erhielten 2025 rund 1,47 Millionen Menschen augenmedizinische oder augenoptische Leistungen. Die Zahlen aus Zug zeigen, dass auch regionale Solidarität weltweit Grosses bewirken kann.
Jeder gespendete Franken trägt dazu bei, Menschen vor vermeidbarer Blindheit zu bewahren oder ihnen ihr Augenlicht zurückzugeben.
Für die 832 Menschen, deren Operationen durch die Zuger Spendengelder ermöglicht wurden, bedeutet diese Hilfe weit mehr als eine medizinische Behandlung: Sie erhalten die Chance auf ein selbstständiges Leben, neue Zukunftsperspektiven und die Möglichkeit, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.












