Asiatische Tigermücke: So kann Bevölkerung bei Bekämpfung mithelfen
In Baar wurde erstmals im Kanton Zug eine Asiatische Tigermücke nachgewiesen. Die Behörden überwachen das Gebiet und bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

Am Ibelweg in Baar ist eine Asiatische Tigermücke festgestellt worden. Der Fundort liegt unmittelbar an der Grenze zur Stadt Zug. Die eingeschleppte und invasive Mückenart wird nun im betroffenen Gebiet gezielt überwacht und bekämpft.
Die Asiatische Tigermücke unterscheidet sich in ihrem Verhalten deutlich von der einheimischen Hausmücke. Sie ist nicht nur häufiger aktiv, sondern sticht auch tagsüber. Ihre Stiche können zudem als unangenehmer empfunden werden.
Von Bedeutung ist die Art auch deshalb, weil sie grundsätzlich Krankheitserreger wie jene bestimmter Tropenkrankheiten übertragen kann. Das kantonale Amt für Umwelt arbeitet bei der Überwachung mit der Gemeinde Baar, der Stadt Zug und dem Schweizerischen Mückennetzwerk zusammen.

Im betroffenen Gebiet werden Fallen aufgestellt, mit denen Mückeneier nachgewiesen werden können. Für Menschen und Haustiere sind diese Fallen ungefährlich. Die Bevölkerung wird gebeten, die Fallen an ihrem Standort zu belassen und nicht zu verschieben.
Ein besonderes Augenmerk gilt möglichen Brutstätten. Die Tigermücke benötigt nur sehr wenig Wasser, um sich zu vermehren. Dazu können beispielsweise mit Regenwasser gefüllte Schächte gehören.
Solche Schächte werden deshalb mit einem biologischen Mittel behandelt, das gezielt gegen Mückenlarven wirkt. Für Menschen, andere Tiere und die Umwelt ist das Mittel ungefährlich.
Kleine Wasseransammlungen vermeiden
Auch die Bevölkerung kann dazu beitragen, dass sich die Tigermücke nicht weiter ausbreitet. Entscheidend ist, mögliche Brutplätze rund ums Haus regelmässig zu beseitigen. Wasser in Untersetzern von Blumentöpfen, Giesskannen, Vogeltränken oder Planschbecken sollte entfernt oder mindestens einmal pro Woche gründlich erneuert und gereinigt werden. So werden mögliche Eiablagen beseitigt.
Regentonnen sollten mit einem feinmaschigen Netz oder einem Deckel verschlossen werden. Auch offene Sonnenschirmständer und Zaunpfosten können sich mit Regenwasser füllen und sollten deshalb abgedeckt werden.
Wasser, das sich in Löchern von Mauern, Böden oder Baumstämmen sammelt, lässt sich mit Sand auffüllen. Zudem empfiehlt es sich, Dachrinnen regelmässig auf Verstopfungen zu kontrollieren. Leere Gefässe sollten so gelagert werden, dass sich darin kein Regenwasser sammeln kann.

Wichtig ist dabei auch die richtige Entsorgung von Wasseransammlungen: Das Wasser sollte nicht direkt in die Kanalisation geschüttet werden. Besser ist es, es auf einer Rasenfläche zu entleeren.
Dort sterben vorhandene Mückenlarven innerhalb weniger Minuten ab. Biotope und Teiche sind von diesen Empfehlungen nicht betroffen, ebenso wenig mit Chlor behandelte Schwimmbecken.
Verdächtige Mücken melden
Wer eine Asiatische Tigermücke entdeckt, kann den Fund über die Meldeplattform des Schweizerischen Mückennetzwerks melden. Für eine möglichst zuverlässige Bestimmung sollte die Mücke zunächst vorsichtig eingefangen werden.
Dazu wird ein Becher über das Tier gestülpt und ein Blatt daruntergeschoben. Anschliessend kommt die Mücke für rund zwei Stunden in den Tiefkühler. Danach sollte sie fotografiert werden.
Auf dem Bild müssen insbesondere die Stelle hinter dem Kopf von oben sowie die Enden der Hinterbeine deutlich erkennbar sein. Das Foto kann anschliessend zusammen mit den erforderlichen Angaben über die Meldeplattform eingereicht werden.
Die Mücke sollte zudem aufbewahrt werden, falls eine eindeutige Bestimmung anhand des Fotos nicht möglich ist. Die Behörde stellt zudem ein Frage-und-Antwort-Dokument sowie ein Faktenblatt zur Asiatischen Tigermücke zur Verfügung.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








