Dank Ölhandel: Kanton Genf & Bund erwarten wegen Krieg mehr Steuern
Durch den Iran-Krieg sind die Ölpreise gestiegen. Davon dürfte auch der Kanton Genf profitieren, weil viele Ölhändler ihre Geschäfte dort abwickeln.

Das Wichtigste in Kürze
- Schon während der Corona-Pandemie & im Ukraine-Krieg stiegen in Genf die Steuereinnahmen.
- Weil ein Drittel des Ölhandels dort abgewickelt wird, dürfte sich das 2026 wiederholen.
- Davon profitiert aber auch der Bund.
Als Reaktion auf den Angriff der USA und Israels hat der Iran die Strasse von Hormus blockiert. Das hat Auswirkungen auf den Welthandel.
Vor allem für den Gas- und Ölhandel ist diese Handelsroute wichtig. Dementsprechend sind die Ölpreise seit Beginn des Iran-Kriegs in die Höhe geschossen.
Davon profitieren könnten jetzt der Kanton Genf und der Bund – dank höheren Steuereinnahmen durch den Rohstoffhandel.
Denn ein Blick in die neuste Vergangenheit zeigt: In Genf steigen in Kriegs- oder Krisenzeiten diese Einnahmen – so etwa während der Corona-Pandemie oder im Ukraine-Krieg.
2023 gab es einen Rekordüberschuss
Grund: Rohstoffe wurden teurer. Dadurch erzielten Rohstoffhändler höhere Gewinne. Das wiederum brachte Kanton und Staat mehr Steuereinnahmen ein – in Form von Unternehmens-, Dividenden- und Einkommenssteuern.
2023 gab es für den Kanton Genf einen Rekordüberschuss von 1,4 Milliarden Franken, wie ein Blick in die Jahresrechnung zeigt. Der Bund rechnet aktuell dank des Rohstoffhandels in Genf mit Mehreinnahmen von 600 bis 800 Millionen Franken.
Derzeit ist laut der Genfer Finanzdirektorin Nathalie Fontanet noch nicht klar, mit wie viel zusätzlichen Steuereinnahmen sie rechnen kann. Das erklärt sie gegenüber SRF.
Genfer Ölhändler erzielen pro Jahr Milliardengewinne
Während im Ukraine-Krieg bei allen Rohstoffen die Preise gestiegen seien, rede man aktuell nur vom Rohöl. Klar ist aber: Rund ein Drittel des weltweiten Ölhandels wird in Genf abgewickelt.
Robert Bachmann, Rohstoffexperte bei der Recherche-Organisation Public Eye, erklärt dem Sender: Die grössten Ölhändler in Genf wie Gunvor, Mercuria, Trafigura und Vitol würden jedes Jahr ein- oder sogar zweistellige Milliardengewinne erzielen.
Experte: Auch Preise anderer Rohstoffe dürften steigen
Dass die Händler aktuell mit hohen sogenannten Risikoprämien arbeiten, würden ihre Gewinne zusätzlich steigern. Bachmann glaubt zudem, dass auch die Preise von weiteren Rohstoffen steigen werden.
Etwa bei Metallen, Mineralien und Erdgas für Düngemittel. Hinzu komme, dass bei Ölknappheit – wie aktuell auch – die Kohle-Nachfrage steige.
Laut SRF stammt rund die Hälfte der Genfer Steuereinnahmen aus dem Rohstoffgeschäft.




















