Mangelnde Kontrollen der Brandschutznormen: Kanton Wallis reagiert
Für den Sicherheitsbeauftragten von Crans-Montana VS lässt sich das Fehlen von Brandschutzkontrollen in der Bar «Le Constellation» vor allem durch einen Wechsel des IT-Systems erklären. Der Kanton Wallis sagte am Dienstag, es gehe um Entscheide in kommunaler Kompetenz.

Für den seit Mai 2024 amtierenden Sicherheitsverantwortlichen liegt das Problem in einer Umstellung des Systems zur Verwaltung der Aufgaben und Fristen. Diese Situation habe seine Aufgabe erschwert und zu Verzögerungen bei den Brandschutzkontrollen beigetragen, erklärte er am Freitag bei seiner Anhörung durch die drei mit dem Fall betrauten Staatsanwältinnen.
Eine mit dem Fall vertraute Quelle bestätigte Keystone-SDA entsprechende Informationen des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS.
Im Jahr 2022 versuchte demnach der Informatiker, der das System namens VS-FIRE verwaltete, die Polizei und die Feuerwehr zu erpressen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet und der Kanton Wallis beschloss, das System nicht mehr zu verwenden.
Laut dem Sicherheitsverantwortlichen übertrug sein Vorgänger, der am Montag angehört wurde, daraufhin alle Daten zu den Kontrollen in eine Excel-Datei. Anschliessend musste ein neues System namens LODUR eingerichtet werden.
«Seit 2009 wurde die Software (Anm. d. Red.: VS-FIRE) für die Walliser Feuerwehren entwickelt», erklärte der Kanton Wallis am Dienstag Keystone-SDA. «In der Folge nutzten mehrere Gemeinden die von diesem Dienstleister konzipierte und entwickelte IT-Lösung für spezifische Aufgaben, die in die Zuständigkeit der Gemeinden fielen, insbesondere für Brandschutzkontrollen.”
In diesem Zusammenhang «fanden die Kontakte direkt zwischen den Gemeinden und dem IT-Dienstleister statt. Es war daher nicht Aufgabe des Kantons, in diese Geschäftsbeziehung einzugreifen oder Daten zu bearbeiten oder zu verwalten, die den Gemeinden gehörten», fasst der Kanton Wallis zusammen.
Im Jahr 2023 forderte der Kanton alle Feuerwehren mehrfach auf, ihre jeweiligen Daten in kurzen Abständen ausserhalb der Plattform zu sichern. Das System VS-FIRE wurde anschliessend durch das System LODUR ersetzt, und die meisten Daten der Feuerwehren konnten gesichert und in das neue System integriert werden.
Was die anderen vom Dienstleister konzipierten und entwickelten IT-Lösungen betrifft, insbesondere für Brandschutzkontrollen, «war es nicht Aufgabe des Kantons einzugreifen», so dessen Einschätzung.
Die Einvernahmen im Fall der Brandkatastrophe in der Silvesternacht werden am Mittwoch mit jener des Barbesitzers Jacques Moretti fortgesetzt, gefolgt von einer Einvernahme seiner Frau Jessica am Donnerstag. Beide wurden schon früher einvernommen. Die beiden Termine vor Gericht dienen in erster Linie dazu, dass die verschiedenen Anwälte dem korsischen Ehepaar ihre Fragen stellen können.
Die Gemeinde Crans-Montana gab am Dienstag bekannt, dass an der Gedenkstätte für die Opfer der Brandkatastrophe in der Silvesternacht neu keine Kerzen mehr zugelassen sind. Dies, nachdem am Sonntagmorgen in der Gedenkstätte ein Brand ausgebrochen war.
Bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht starben 41 Menschen und mehr als hundert wurden teils schwer verletzt.






