Postauto

Chef von Postauto kündigt Schulungen und Schweigeminute an

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Murten,

Der Chef von Postauto, Stefan Regli, kündigt nach dem Unglück in Kerzers FR Schulungen für Mitarbeitende an. Morgen Montag findet eine Schweigeminute statt.

Postauto Stefan Regli
Postauto-CEO Stefan Regli spricht bei «Blick» über den Vorfall in Kerzers FR und das weitere Vorgehen des Unternehmens. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Dienstagabend starben beim Brand eines Postautos in Kerzers FR fünf Personen.
  • Nun erklärt Postauto-CEO Stefan Regli, wie das Unternehmen mit der Situation umgeht.
  • Er kündigt eine Schweigeminute am Montag und Zusatzschulungen für die Belegschaft an.

Seit vergangenem Dienstagabend haben wohl viele ein mulmiges Gefühl beim Einsteigen in ein Postauto.

In Kerzers FR übergoss sich ein 65-Jähriger mit Benzin und setzte sich in Brand. Innert kürzester Zeit brannte der gesamte Bus. Der Täter riss fünf Businsassen, unter anderem den Fahrer in den Tod, fünf weitere wurden verletzt.

Nun spricht Postauto-CEO Stefan Regli bei «Blick» darüber, wie das Unternehmen den Vorfall aufarbeitet.

Seit Anfang 2025 ist Stefan Regli Leiter von Postauto. Die Situation nach dem Unglück in Kerzers ist nicht nur für ihn neu. Postauto erlebte bisher keine vergleichbaren Tragödien: «Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Postauto-Fahrer oder ein Passagier wegen eines Feuers verletzt wurde», sagt Regli.

«Wir sind im Krisenmodus»

Bereits am Dienstagabend nach dem Vorfall habe das Unternehmen einen Krisenstab eingerichtet. «Wir sind im Krisenmodus», meint Regli. Postauto bemühe sich, für die Angehörigen, Verletzten und die Belegschaft so gut wie möglich da zu sein.

«Wir waren leider machtlos», beschreibt der Postauto-Chef die Situation. Da die Brandursache keine natürliche und kaum vorhersehbar war, sagt er: «Wohl keine Schutzmassnahme der Welt hätte den Vorfall von Kerzers verhindern können.»

Überdurchschnittlich viele Fahrgäste zum Zeitpunkt des Unglücks

Postauto erhebt für jede Strecke Passagierzahlen. Der Streckenabschnitt, auf dem sich der Vorfall ereignete, zählt in der Regel sechs Fahrgäste.

Weshalb am Unglückstag mindestens elf Personen, also überdurchschnittlich viel, im Fahrzeug waren, sei Gegenstand der Untersuchung.

Schweigeminute mit dem berühmten Dreiklanghorn

Morgen Montag wird es gemäss Regli um 14 Uhr eine Schweigeminute für die Opfer und Verletzten geben. «Unsere Fahrerinnen und Fahrer können freiwillig eine Schweigeminute einlegen und das Dreiklanghorn aktivieren.

Dem Unternehmen sei es wichtig, ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Postauto sei für die Angehörigen und Verletzten da, die Frage nach einem Finanziellen Beitrag werde das Unternehmen prüfen.

Auch die Belegschaft von Postauto leidet unter dem Vorfall

Nebst den Direktbetroffenen leidet auch die Belegschaft unter dem Vorfall. «Jeder geht mit der Situation anders um. Manchen geht die Tragödie sehr nahe, für andere ist das eher weiter weg», so Regli gegenüber der Zeitung.

Ein Sozialdienst stehe für Mitarbeitende bereit, wobei dieser bereits von vier Angestellten in Anspruch genommen worden sei. Zudem sei für die direkt betroffenen Teams in Kerzers und Umgebung sofort ein Careteam eingesetzt worden.

Zusätzliche Schulungen geplant

Gemäss Stefan Regli herrscht teilweise Unsicherheit, weshalb das Unternehmen zusätzliche Schulungen anbietet. Er betont, das praxisnahe Schulungen vor Ort dabei am zielführendsten seien.

Verfolgst du die Entwicklungen in Kerzers?

Die Kurse würden von externen Fachleuten durchgeführt. «In Rollenspielen lernen unsere Fahrer, wie sie deeskalieren können. Und im Brandschutzkurs werden sie darin geschult, wie sie bei Rauch und Feuer reagieren sollen», sagt Regli.

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Kommentare

User #2428 (nicht angemeldet)

Mitarbeitende ist kein Wort

User #4628 (nicht angemeldet)

Wieso können Türen im Notfall nicht geöffnet werden? Todesfalle Bus.

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