Bundesrat

CH-Media-Verleger Wanner stimmt Bundesrat bei SRG-Initiative zu

Keystone-SDA
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Bern,

Der Verleger von CH Media, Peter Wanner, hat sich für das Gegenprojekt des Bundesrates zur SRG-Initiative ausgesprochen. In einem Interview mit seinem Verlag widersprach er Argumenten der SRG und forderte ein Entgegenkommen bei Sport- und Unterhaltungssendungen.

Peter Wanner
Peter Wanner ist überzeugt, dass die SRG sparen kann – er hat sich für den Gegenvorschlag des Bundesrates zur SRG-Initiative ausgesprochen. - keystone

Wanner zeigte sich überzeugt davon, dass es Sparpotenzial bei der SRG gebe. «Ein Ja zur Initiative würde aber zu einem starken Einschnitt führen», sagte er in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen vom Montag. Wanner ist Verleger und Verwaltungsratspräsident von CH Media sowie der AZ Medien.

Er unterstützt den Entscheid des Bundesrates. Auch bei einem Nein zur Initiative werden Haushalte und Unternehmen demnach weniger Gebühren zahlen. Im Juni 2024 hat der Bundesrat als Gegenprojekt zur SRG-Initiative entschieden, die Haushaltsabgabe im Jahr 2027 von 335 auf 312 Franken und im Jahr 2029 auf 300 Franken zu senken. Ab 2027 werden zudem weitere rund 65'000 Unternehmen keine Abgabe mehr entrichten müssen.

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug», auch bekannt als Halbierungsinitiative, möchte die Radio- und Fernsehabgaben für Haushalte von 335 auf maximal 200 Franken pro Jahr senken. Das Stimmvolk wird am 8. März darüber abstimmen.

Im Abstimmungskampf ist die sachliche Ebene nach Auffassung von Wanner verloren gegangen. «Beide Lager übertreiben massiv», sagte der Verleger. Insbesondere ein Argument der SRG stört ihn. Es werde behauptet, dass nach einem Ja zur Initiative Schwingfeste nur noch im Bezahlfernsehen für rund 500 Franken pro Monat zu sehen wären.

«Dass die Zuschauer für solche Programme bei privaten Sendern zusätzlich etwas zu bezahlen hätten, ist völlig falsch», sagte Wanner. CH Media habe schon kantonale Schwingfeste ohne Aufpreis übertragen. Auch das Eidgenössische Schwingfest würde das private Medienhaus gerne ausstrahlen. «Es lässt sich mit Werbung finanzieren», sagte er.

Für Werbekunde und somit auch für Private seien vor allem Sport- und Unterhaltungsprogramme interessant. Die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender sei es, Formate auszustrahlen, die der Markt nicht finanziere, sagte Wanner und forderte: «Die SRG sollte sich in erster Linie auf den Service public konzentrieren, das heisst auf Information, Bildung, Kultur.»

Er erwarte nicht, dass sich die SRG komplett aus dem Sport und der Unterhaltung zurückziehe. Doch wünsche er sich einen grösseren Anteil für die Privaten.

Eine Mitte Mai 2025 zwischen der SRG und dem Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) geschlossene Vereinbarung geht bereits in diese Richtung. Bei Sportübertragungen soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr Rücksicht auf private Anbieter nehmen. Das Abkommen sieht zudem vor, dass die SRG ihre Online-Aktivitäten zurückfährt.

Im Gegenzug unterstützen die Verleger den Kampf gegen die SRG-Initiative. Auch CH Media gehört dem VSM an. «Daran halten wir uns», sagte Wanner im Interview auf die Vereinbarung angesprochen. So sagte er: «Ich habe Sympathien für die Initiative, aber sie ist insgesamt zu radikal.»

Für die SRG steht fest, dass die Halbierungsinitiative das gesamte Schweizer Mediensystem bedroht. Das sagte SRG-Generaldirektorin Susanne Wille im November am Forum des médias romands in Lausanne. «Die SRG braucht starke private Medien», sagte Wille. Am Forum sprach sie sich erneut für eine stärkere Zusammenarbeit mit privaten Medienunternehmen aus. Die Herausforderungen für die Branche seien zu gross, um sich zu spalten.

Kommentare

User #4894 (nicht angemeldet)

Richtig ist das diese 200 Fr immer noch zu viel ist! Denn man schaue sich die vielen vielen sehr schlechten Rezensionen Trust Pilot an von SERAFE und das in unserem Land! Geld generieren auf unsere Kosten von jeden der in unserem Land lebt!! Und dann noch dazu zum Multimilliardär wird und eine Riesen Gewinnausschüttung erhält und es wieder in seine Firma investiert was nichts mit … zu tun hat und dann wieder ein Vermögen macht das wieder in die eigene Tasche fliesst! Und lest mal was die Menschen dort schreiben es entspricht der Wahrheit und so was wird geduldet ? Reduzieren auf 100 Fr wäre angebracht

User #1868 (nicht angemeldet)

Mein Meinung ist immer dieselbe wie vor 2 Monaten. Nein zur Initiative

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