Cassis besprach sich wegen Morettis Freilassung mit Tajani

Keystone-SDA
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Bern,

Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis hat sich mit seinem italienischen Amtskollegen Antonio Tajani über die Brandkatastrophe in Crans-Montana ausgetauscht. Italien hatte den Botschafter aus Bern abgezogen, nachdem bekannt wurde, dass Barbesitzer Jacques Moretti auf freien Fuss kommt.

Cassis Tajani
Haben sich zur Brandkatastrophe in Crans-Montana ausgetauscht: Bundesrat Ignazio Cassis (rechts) und Italiens Aussenminister Antonio Tajani. - keystone

«Wie Italien trauert auch die Schweiz um die 40 Opfer und die vielen Verletzten der Tragödie von Crans-Montana. Wir verstehen den Schmerz, denn es ist auch unser Schmerz», beantwortete Cassis auf der Plattform X die heftige Reaktion aus Italien. Man wolle Klarheit und verfolge die Arbeit der Justiz im Kanton Wallis aufmerksam.

Er habe dies am Samstag mit seinem Kollegen Antonio Tajani besprochen, schrieb Cassis weiter. Sie hätten die Bereitschaft der Schweiz und Italiens bekräftigt, sich in dieser gemeinsamen Tragödie gegenseitig zu unterstützen.

Ähnliche Worte wählte auch Tajani. Er habe in einem langen Gespräch erneut die Solidarität der Schweizer Regierung erfahren, sagte der italienische Aussenminister in Rom. Gleichzeitig habe er Cassis erzählt, wie empört das italienische Volk ist.

Italien hatte am Samstagmorgen aus Protest gegen die Freilassung von Jacques Moretti den italienischen Botschafter in Bern zu Gesprächen nach Rom gerufen. Das Walliser Zwangsmassnahmengericht hatte am Freitag beschlossen, Moretti gegen eine Kaution von 200'000 Franken freizulassen.

Kommentare

User #2726 (nicht angemeldet)

Ich bin gleicher Meinung wie Meloni. Finde jedoch das ganze ist ein Problem der Schweiz,und die Rechtsstaatlichkeit muss gewährleistet sein.Dh es braucht keine Einmischung von Italien.

User #5926 (nicht angemeldet)

Ich habe dieselbe Meinung wie die italienischen Behörden und Bürger und finde es eine absolute Fehlleistung der Walliser, diesen Barbesitzer und seine Frau auf freien Fuss zu setzen gegen Hinterlegung von Geld! Eine Kaution dient laut Art. 237 f. StPO als Ersatzmassnahme für die Untersuchungshaft. Sie wird nur gewährt, wenn der einzige Haftgrund Fluchtgefahr ist. Es gab ab der Brandnacht und bis heute aber noch diverse andere Gründe, z.B. das Löschen von E-Mails, WhatsApps, Internetseiten, Telefonatinformationen, Absprachen mit Freunden und Geschäftspartnern, Vernichten von Dokumenten usw. Frau Meloni, die italienische Ministerpräsidentin hat recht, darüber empört zu sein und sie hat recht, diese Empörung gegenüber der Schweizer Regierung auszudrücken. Der Bundesrat sollte sich hier definitiv drum kümmern und nicht mit Ausreden kommen.

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