Robidog verschwindet aus Städten – doch der Kultkübel lebt weiter

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Zürich,

    Der grüne Robidog wird in Schweizer Städten zunehmend ersetzt. Auf dem Land hält sich die Hundetoilette aber hartnäckig.

    Robidog
    Der grüne Robidog gehört für viele zum Schweizer Landschaftsbild. In Städten wird der Kultkübel zunehmend ersetzt, auf dem Land bleibt er gefragt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der klassische Robidog verschwindet zunehmend aus Schweizer Städten.
    • Universal-Abfalleimer übernehmen dort die Entsorgung von Hundekot.
    • Auf dem Land ist der grüne Kultkübel weiterhin stark gefragt.

    Er ist grün, eckig und gehört für viele zum Schweizer Landschaftsbild: Der Robidog.

    Doch gerade dort, wo besonders viele Menschen unterwegs sind, wird der Kultkübel immer seltener. Städte wie Zürich, Basel, Bern oder Lausanne setzen zunehmend auf universelle Abfalleimer.

    Städte sagen dem grünen Kübel Adieu

    Der Grund ist ziemlich simpel: Hundekot muss nicht separat entsorgt werden. Die gefüllten Säckli landen ohnehin zusammen mit dem normalen Abfall in der Kehrichtverbrennung.

    In Zürich dürfen Hundehalterinnen und Hundehalter die verknoteten Säckli deshalb in jedem öffentlichen Abfalleimer entsorgen.

    Robidog Hunde
    Hündeler sind froh, wenn sie die Säckli nach dem Spaziergang unkompliziert entsorgen können. Genau dafür steht der Robidog vielerorts noch immer. - keystone

    Der klassische grüne Robidog verliert damit zumindest in den Städten einen seiner wichtigsten Vorteile.

    Ganz verschwunden ist die Schweizer Erfindung deswegen aber noch lange nicht.

    Robidog zieht aufs Land

    «Sobald man aufs Land geht, dort, wo sich Hundehalter bewegen, dort sind die ursprünglichen Abfallkübel nach wie vor gefragt.» Das sagt Heinz Zumsteg, Geschäftsführer der Herstellerfirma Robi AG, gegenüber SRF.

    Alte Robidogs würden dort weiterhin durch Neue ersetzt.

    Zumsteg ist überzeugt: «Man kann sich den Robidog fast nicht mehr aus dem Landschaftsbild wegdenken.»

    Robidog
    Auch Robidog wird moderner: Neben dem klassischen grünen Kübel gibt es längst schlichtere Abfallsysteme aus Metall. - robi-ag.ch

    Tatsächlich bezeichnet der Hersteller sein Classic-Modell weiterhin als gefragt für Naherholungsgebiete, Waldränder, Park- und Sportanlagen sowie kleinere Gemeinden. Mehr als 35'000 Exemplare des Classic-Standmodells seien bisher ausgeliefert worden.

    Und verkauft wird der Klassiker weiterhin: Ein neues Standmodell kostet derzeit 635 Franken exklusive Mehrwertsteuer und Versand.

    Nach Kritik: Glarus stellt wieder Behälter auf

    Wie emotional der grüne Kübel werden kann, zeigt sich in Glarus.

    Die Gemeinde begann 2024 damit, ihre zahlreichen Abfalleimer und Robidogs neu zu organisieren. Wenig genutzte Behälter wurden entfernt, nahe Standorte zusammengelegt und Hundekot- und normale Abfallentsorgung kombiniert.

    Von zuvor mehr als 300 Abfalleimern und Robidog-Behältern sollten am Ende noch rund 200 kombinierte Abfallbehälter übrig bleiben.

    Das kam nicht überall gut an. Bis Ende 2025 gingen bei der Gemeinde 18 schriftliche Rückmeldungen ein. Später kamen noch eine weitere schriftliche sowie eine mündliche Rückmeldung dazu.

    «Hauptthemen waren entfernte Standorte, die vermisst werden, sowie Wünsche nach zusätzlichen Behältern», erklärt Dominic Stüssi, Departementsleiter Bau und Versorgung, gegenüber Nau.ch.

    Glarus
    Glarus hat seine Robidog- und Abfallstandorte neu organisiert. Einige grüne Kübel verschwanden – nicht zur Freude aller Hündeler. - Nau.ch / Simone Imhof

    Die Kritik hat Folgen. An vier Standorten werden zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt oder frühere Standorte wieder eingerichtet. Ein weiterer Behälter wird verschoben, damit er weiter von einer Sitzbank entfernt steht.

    Auch bei den Hundekotsäckli bessert die Gemeinde nach. Künftig sollen stärkere Säckli verwendet werden.

    Am grundsätzlichen System hält Glarus aber fest. Hundekot und normaler Abfall können weiterhin in denselben Behältern entsorgt werden. Nicht jeder gewünschte Standort kommt zurück, wenn sich bereits genügend Entsorgungsmöglichkeiten in der Nähe befinden.

    Nach Einschätzung der Gemeinde hat sich die Situation seit der Umstellung verbessert. Es würden weniger Hundekotsäckli liegen gelassen.

    «Das System hat sich aus unserer Sicht bewährt und wird bei Bedarf auch weiterhin punktuell optimiert», so Stüssi.

    Auf dem Land teilweise noch dichtes Netz

    Andernorts bleibt der klassische Robidog weiterhin fester Bestandteil der Abfallentsorgung.

    Allschwil BL etwa schreibt aktuell von rund 80 Robidog-Behältern im Gemeindegebiet. Die Hundekotsäckli dürfen dort allerdings ebenfalls in normalen öffentlichen Abfalleimern landen.

    Braucht es den klassischen grünen Robidog noch?

    Auch andernorts wird der grüne Kübel weiterhin gebraucht. Die Gemeinde Arisdorf BL erinnerte erst im Februar 2026 Hundehalter daran, die vorhandenen Robidog-Behälter zu benutzen.

    Vom grossen Robidog-Sterben kann also zumindest ausserhalb der Zentren keine Rede sein.

    Begonnen hat alles in Italien

    Die Geschichte des Schweizer Kultkübels reicht mehr als 45 Jahre zurück.

    Firmengründer Joseph Rosenast bemerkte 1979 auf einer Reise nach Italien zahlreiche Hundeverbote. Der Hundekot war damals vielerorts ein ungelöstes Problem. Gemeinsam mit Heinrich Bisaz entwickelte er eine Lösung. 1981 wurde die Hundetoilette patentiert und die Marke Robidog gegründet.

    Der Name setzt sich aus den Namen der Entwickler zusammen: «RO» für Rosenast, «BI» für Bisaz – und «dog» für Hund.

    Heute ist «Robidog-Säckli» für viele Schweizerinnen und Schweizer längst zum allgemeinen Begriff für Hundekotbeutel geworden.

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    Kommentare

    User #4451 (nicht angemeldet)

    🤔In Glarus wurden 300 Robidogs mit 200 Kübeln ersetzt. Das heisst 100 Stk. weniger. Sicherlich wurden sie so wie bei uns, auf bekannte Hündelerstrecken wegrationalisiert.

    User #902 (nicht angemeldet)

    Wo sollen denn die Hündeler den Dreck wegwerfen? Im Briefkasten der Stadtverwaltung?

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