Bus an Zürcher Goldküste kurvt mit offener Tür herum
Pendlerinnen und Pendler erleben am Dienstagabend eine abenteuerliche Fahrt. Ein Zürcher Regionalbus ist mit offener Tür unterwegs.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein VZO-Bus in Herrliberg ZH hat in voller Fahrt die Türen offen.
- Die Störung habe nicht behoben werden können, meldet der Verkehrsbetrieb.
- Für Kopfschütteln sorgt auch das unfreundliche Verhalten eines Chauffeurs.
Ratlos stehen Pendlerinnen und Pendler bei der Bushaltestelle. Vom VZO-Linienbus, der kurz vor 17 Uhr am Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen ZH losfahren sollte, ist keine Spur. Auch auf der elektronischen Anzeige erscheint der Bus nicht.
Wie bestellt und nicht abgeholt sitzt ein Chauffeur im Personalauto. Da der Bus nicht eingetroffen ist, kann er seinen Dienst nicht antreten.
Als Pendlerinnen mit ihm Kontakt aufnehmen wollen, dreht er hinter der Autoscheibe trotzig den Kopf weg. Jemand klopft an die Scheibe.
Nur widerwillig öffnet er die Tür. «Ich weiss auch nicht, wo der Bus ist», sagt er sauer.
Eine Seniorin schüttelt den Kopf. «Alles, was er mir sagen konnte, ist, dass der Bus nicht da sei.»
Das habe sie auch gemerkt, scherzt sie. Die Pendlerinnen sind sich einig: Sie hätten etwas Freundlichkeit erwartet.
Bus taucht plötzlich auf
Kein Bus, keine Information und ein ebenso ratloser Chauffeur: Der Bus auf dem ansonsten pünktlichen VZO-Netz scheint verschollen. Rund eine Viertelstunde später folgt die Überraschung: Der Bus taucht doch noch auf.
«Die Tür ist kaputt», antwortet der Chauffeur am Steuer auf die neugierigen Fragen der einsteigenden Passagiere. Tatsächlich: Die mittleren automatischen Schiebetüren sind halb offen. Ein gelbes Band fixiert diese behelfsmässig.
Nach dem Chauffeurwechsel fährt der Bus los. Samt halb geöffneter Tür kurvt der Bus die Passagiere herum.
Tür bleibe einen Spalt offen
Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland AG (VZ) bestätigen die Panne vom Dienstagabend. An der mittleren Tür des betreffenden Busses sei eine Störung aufgetreten, sagt Mediensprecher Adrian Suter auf Anfrage.
«Sie liess sich nicht mehr schliessen.» Passiert sei die Störung an der Haltestelle «Herrliberg, Kirche Wetzwil».
Der Chauffeur habe in einem klar definierten Prozess verschiedene Massnahmen zur Behebung der Störung durchgeführt, sagt Suter. Dies unter Anleitung eines Leitstellenmitarbeiters. «Die Massnahmen blieben jedoch erfolglos.»
Schliesslich wurde die Tür mit einem Spannset zugezogen und mechanisch fixiert. Der Mediensprecher bezeichnet diese als «korrekte und sicherheitskonforme Notmassnahme». Dabei bleibe die Tür einen Spalt offen, lasse sich aber nicht mehr bewegen.
«Es ist ausgeschlossen, dass sie sich selbst öffnet oder durch manuelle Einwirkung aufgedrückt werden kann», sagt Suter. Der Bus sei während keiner Zeit mit geöffneter Tür unterwegs gewesen.
Ersatzfahrzeug habe Bus abgelöst
Trotz der Verspätung konnten der Kurs der betreffenden Linie und auch die nachfolgenden Kurse weitergeführt werden. «Der Bus wurde rund eine Stunde später durch ein Ersatzfahrzeug abgelöst.»
Die fehlenden Kundeninformationen begründen die VZO damit, dass ihre Leitstelle in der Zeit zwischen 16.30 und 17 Uhr stark beansprucht gewesen sei. «Aus Prioritätsgründen wurde in dieser Phase auf eine Durchsage am Bahnhof verzichtet.»
Auf das als unfreundlich kritisierte Verhalten des Chauffeurs ist Der Betrieb nicht eingegangen.













