Bund startet Programm für Open-Source-Arbeitsplatz
Die Bundeskanzlei hat ein Programm für einen digitalen Arbeitsplatz mit Open-Source-Software gestartet. Ab Ende 2027 sollen rund 3000 Bundesangestellte die Lösung nutzen können.

Grundlage für das Programm ist eine Machbarkeitsstudie der Bundeskanzlei. Ihr zufolge kann ein digitaler Arbeitsplatz in der Bundesverwaltung grundsätzlich auch mit Open-Source-Software funktionieren. Der Bundesrat ist an seiner Sitzung vom Mittwoch über die Ergebnisse informiert worden.
In einer ersten Phase sollen rund 3000 Nutzerinnen und Nutzer aus kritischen Geschäftsbereichen die neue Lösung nutzen. Die Software soll Office-Kernfunktionen wie E-Mail, Kalender und Dokumentenbearbeitung abdecken und parallel zu Microsoft 365 betrieben werden.
Die Bundeskanzlei rechnet für die erste Phase mit Kosten von rund neun Millionen Franken. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln, die das Parlament für eine souveräne Schweizer Open-Source-Plattform bewilligte.
Als Open-Source wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Open-Source-Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kostenfrei genutzt und verteilt werden.
Die Machbarkeitsstudie beruht auf den Erfahrungen von 172 Testpersonen. Diese bewerteten die Dokumentenbearbeitung und die Mail-Funktionen positiv. Grenzen zeigte die Software laut dem Bericht jedoch bei grossen Videokonferenzen.
Mit dem Programm will der Bund seine digitale Souveränität und seine Handlungsfähigkeit im Krisenfall stärken. Ob die Bundesverwaltung zu einem späteren Zeitpunkt vollständig auf eine Open-Source-Lösung umstellt, wird später entschieden.
Auch der Kanton Bern und die Stadt Zürich wirken neben Bundeskanzlei und Eidgenössischem Justiz- und Polizeidepartement an einem Projekt mit, mit dem diese Organisationen die digitale Unabhängigkeit vorantreiben wollen. Das gab die Berner Fachhochschule Ende 2025 bekannt.
Im Zentrum des Projekts steht unter anderem die Förderung des Produkts Open Desk als Alternative zum Büroprogramm Microsoft 365. Die Stadt Zürich teilte im Mai dieses Jahres mit, eine komplette Ablösung des Microsoft-Pakets sei derzeit noch nicht möglich.
Zwar decke die freie Software grundlegende Funktionen ab, bei komplexeren IT-Themen gebe es jedoch noch grosse Hürden. Auch die von der Bundeskanzlei erwähnte Machbarkeitsstudie baut auf Open Desk auf, wie sie auf ihrer Webseite schreibt.






