Brandnester halten Einsatzkräfte in Brusio GR auf Trab

Keystone-SDA
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Poschiavo,

Die Einsatzkräfte haben den Waldbrand in der Gemeinde Brusio GR so weit eingedämmt, dass am späten Mittwochnachmittag kein offenes Feuer mehr loderte. Allerdings hielten Brandnester die Einsatzkräfte weiterhin auf Trab. Die Bahnlinie der Rhätischen Bahn ist voraussichtlich bis am späten Donnerstagabend unterbrochen. Es verkehren Bahnersatzbusse.

brusio
Die Einsatzkräfte haben den Waldbrand in der Gemeinde Brusio GR so weit eingedämmt, dass am späten Mittwochnachmittag kein offenes Feuer mehr loderte. - keystone

Das Brandgebiet in der Nähe des Kreisviadukts von Brusio umfasst eine Fläche von rund zwei Quadratkilometern zwischen Campascio und Viano. Das erklärte der Gemeindepräsident von Brusio, Pietro Della Cà, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

«Wir haben im Moment immer wieder Brandnester, die aus dem Untergrund entstehen», ergänzte Markus Walser, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, am späten Mittwochnachmittag auf Anfrage. Definitiv unter Kontrolle sei der Brand folglich noch nicht, auch wenn kein offenes Feuer mehr zu sehen sei.

Vier zivile als auch zwei Helikopter der Armee waren auch am späten Nachmittag noch im Einsatz, um den Boden möglichst zu durchnässen und die Brandnester weiter einzudämmen. Im Laufe des Abends sollten die Helikopterflüge eingestellt werden, weil deren Einsatz in der Nacht zu viele Risiken birgt. «Wir gehen aktuell davon aus, dass die Flüge am Donnerstagmorgen wieder aufgenommen werden», so Walser am späten Mittwochnachmittag.

Über Nacht halten Brandwachen das betroffene Gebiet weiter im Auge. Wie sich die Situation weiterentwickle sei schwierig einzuschätzen und unter anderem vom Wind abhängig. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht.

Der Verkehr der Rhätischen Bahn zwischen Poschiavo und Tirano bleibt voraussichtlich bis am Donnerstag um 23.30 Uhr unterbrochen. Seit Dienstagabend ist auch die Strasse zum Dorf Viano gesperrt. Mindestens bis Mittag ist das Dorf mit seinen rund 60 Einwohnerinnen und Einwohnern nur über eine Forststrasse erreichbar. Eine Evakuierung war jedoch nicht notwendig.

Um die Löscharbeiten nicht zu behindern, verfügte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine ausserordentliche Luftraumsperre bis am Donnerstagabend. Via Alertswiss hatte der Kanton am Mittwochmorgen über ein absolutes Verbot von Feuer im Freien für alle Täler des italienischsprachigen Graubündens informiert.

Die Meldung über den Waldbrand war am Dienstag um 15.40 Uhr eingegangen, wie die Kantonspolizei Graubünden am Mittwoch mitteilte. Die Löscharbeiten seien am Mittwochmorgen wieder aufgenommen worden, nachdem über Nacht mehrere Brandwachen gestellt wurden.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll das Feuer legal entfacht worden sein, um Holzabfälle zu verbrennen. Doch wegen des trockenen und windigen Wetters der letzten Tage soll der Brand ausser Kontrolle geraten sein und unter anderem eine dichte Rauchwolke verursacht haben, die das gesamte Tal bedeckt. Die Kantonspolizei Graubünden nahm die Brandermittlung auf.

Kommentare

User #3541 (nicht angemeldet)

Weshalb müssen Holzreste "legal" bei trockenem, windigem Wetter verbrannt werden? Was haben die im Kopf?

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