Biochemiker und Mathematikerin erhalten hohe Auszeichnungen
Der Biochemiker Martin Jinek erhält den Wissenschaftspreis Marcel Benoist. Susanna Zimmermann wird mit dem Latsis-Preis für Nachwuchsforschende ausgezeichnet.

Ein Mitentwickler der Genschere und eine Mathematikerin mit einer Lösung für ein altes Geometrieproblem erhalten die diesjährigen Schweizer Wissenschaftspreise Marcel Benoist und Latsis. Die beiden Preise zählen zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Schweiz.
Der Biochemiker Martin Jinek erhält den mit 250'000 Franken dotierten Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist. Die Mathematikerin Susanna Zimmermann wird mit dem Latsis-Preis für Nachwuchsforschende ausgezeichnet, der mit 100'000 Franken dotiert ist, wie die zuständigen Stiftungen am Dienstag mitteilten. Die wissenschaftliche Auswahl traf der Schweizerische Nationalfonds (SNF).
Erkenntnisse für die Genschere
Jinek, Professor an der Universität Zürich, wird für seine Forschung zu RNA-gesteuerten molekularen Systemen geehrt. Seine Erkenntnisse waren massgeblich für die Entwicklung der CRISPR-Cas9-Technologie, die auch als «Genschere» bekannt ist. Jinek half dabei, das natürliche System zu einem programmierbaren Werkzeug für die gezielte Veränderung von DNA weiterzuentwickeln.
Diese Technologie ermöglicht neue Ansätze in der Biomedizin, wie etwa bei Gentherapien, sowie in der Biotechnologie und der Landwirtschaft. Für die Entdeckung der «Genschere» erhielten Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier im Jahr 2020 den Nobelpreis für Chemie.
Lösung für ein altes Geometrie-Rätsel
Susanna Zimmermann, Professorin an der Universität Basel, erhält den Latsis-Preis, der an Nachwuchsforschende vergeben wird. Sie wird für ihre Arbeit im Bereich der algebraischen Geometrie ausgezeichnet, wo sie die Symmetrien geometrischer Räume untersucht.
Zusammen mit den Forschern Jérémy Blanc und Stéphane Lamy gelang ihr ein Durchbruch bei den sogenannten Cremona-Gruppen. Das Team konnte eine seit dem 19. Jahrhundert offene Frage klären und die reichhaltige innere Struktur dieser Gruppen aufzeigen.
Die gemeinsame Verleihung der beiden Wissenschaftspreise findet am 5. November 2026 im Bundeshaus in Bern statt. Die Preise werden im Beisein von Bundespräsident Guy Parmelin und Ständeratspräsident Stefan Engler überreicht.






