Bauernverband

Bauernverband warnt: «Fast alle Güter werden teurer»

Elena Hatebur
Elena Hatebur

Bern,

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Energiepreise steigen. Der Schweizer Bauernverband warnt: Bleibt Diesel teuer, könnten bald auch Lebensmittel teurer werden.

Schweizer Lebensmittel
Die hohen Energiepreise könnten sich auch auf den Preis von Schweizer Lebensmitteln auswirken. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nahostkonflikt lässt die Preise für Benzin und Diesel enorm steigen.
  • Das hat Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion der Schweizer Bauern.
  • Steigen die Kosten weiter, könnten nicht nur Lebensmittel plötzlich teurer werden.

Der Konflikt im Nahen Osten lässt die Preise an den Tankstellen steigen. Gleichzeitig meiden Frachtschiffe eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl, was wiederum für Nervosität auf den Märkten sorgt.

Besonders im Fokus steht die Strasse von Hormus. Wird diese wichtige Route blockiert, treibt das den Ölpreis nach oben. Allen voran: Der Dieselpreis.

Das bekommen auch die Schweizer Bauern deutlich zu spüren.

Produktionsmittelkosten hängen stark am Dieselpreis

Beim Schweizer Bauernverband bestätigt man gegenüber Nau.ch: «Die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe spüren aktuell den gestiegenen Dieselpreis

Diese Entwicklung könne sich rasch auf weitere Bereiche ausweiten. «Längerfristig würden fast alle Produktionskosten steigen», warnt der Verband.

Noch ist eine potenzielle Verteuerung von Lebensmitteln kaum spürbar. Doch sich in Sicherheit zu wägen, wäre naiv. Denn in der Landwirtschaft hängen viele Kosten direkt mit Energiepreisen zusammen.

«Die Produktionsmittelkosten in der Landwirtschaft hängen relativ stark am Öl- respektive am Dieselpreis.» Das gelte zuerst für den Diesel für die Traktoren, dann aber auch für Futter, Baumaterialien und vieles mehr.

Lebensmittel könnten teurer werden

Schon heute sei das Kostenniveau hoch. Es liege «um 14 Prozent über dem von Dezember 2020», so Der Verband.

Steigen die Kosten weiter, könnte sich das auch bei den Konsumenten, also der Schweizer Bevölkerung, bemerkbar machen. «Die Auswirkungen werden ganz klar zu spüren sein», betont der Verband.

Wie stark die Preise steigen, hänge vor allem davon ab, wie lange die aktuelle Situation anhalte. Klar sei jedoch: «Wenn das eine längere Sache ist, dann werden sowohl die einheimischen wie die importierten Lebensmittel teurer.»

Und nicht nur das. «Nicht nur die Lebensmittel, Fast alle Güter werden teurer», warnt der Bauernverband.

Kein Engpass bei Düngemittel

Immerhin: Beim Dünger sieht die Lage weniger kritisch aus.

Der Schweizer Anbieter «Landor» erklärt gegenüber Nau.ch: «Wir von Landor importieren keinen Dünger, welcher durch die Strasse von Hormus transportiert wird.»

Die meisten Düngemittel für die Schweizer Landwirtschaft würden ohnehin in Europa produziert.

Bereitet dir der mögliche Preisanstieg von Lebensmitteln Sorgen?

«Es werden nur geringe Mengen Harnstoff aus Nordafrika importiert und da ist kein Transport durch die Strasse von Hormus nötig.» Die derzeitige Blockade im Nahen Osten habe daher keinen unmittelbaren Einfluss auf die Düngerversorgung in der Schweiz.

«Ausserdem führt das in der Landwirtschaft gebräuchliche Vorbezugssystem dazu, dass zahlreiche Landwirte ihren Dünger bereits Monate im Voraus bestellen.»

Die Lage ist also beim Dünger nicht kritisch. Durch den Vorbezug sei die Grundversorgung gewährleistet, selbst wenn es international zu Lieferengpässen käme.

Kommentare

User #5082 (nicht angemeldet)

Ist doch egal wenns teurer wird. Hauptsache der Bund kann abzocken.

User #1171 (nicht angemeldet)

Bundesratfehler! Hätte man es sich mit Russland nicht verscherzt mit sinnlosen Sanktionen, könnte man jetzt Öl usw. von dort zu normalen Preisen beziehen.

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